Mystery Babylon (Bill Cooper) – Stunde 11 – Die Assassinen


Ihr hört The Hour of the Time und ich bin euer Gastgeber, William Cooper.

(Intro Musik: In the Hall of the Mountain King) <komponiert 1876 von Edvard Grieg>

[Lesung aus A History of Secret Societies]:

Zwei Männer standen im Jahr 1092 auf den Schutzwällen einer mittelalterlichen Burg – Das Adlernest – welches hoch auf den Klippen der persischen Berge thronte: Der persönliche Vertreter des Kaisers und eine verhüllte Figur, die behauptete die Inkarnation Gottes auf Erden zu sein. Hasan, der Sohn des Sabbah, Scheich der Berge und Führer der Assassinen, sprach: „Siehst du diesen Anhänger der auf der Spitze des Turmes Wache steht? Pass auf!“

Er gab ein Signal. Sofort hob die weißgekleidete Gestalt ihre Hände zum Gruß und warf sich 600 Meter tief in den schäumenden Strom, der die Festung umgab.

„Ich habe 70.000 Männer und Frauen in ganz Asien, jeder davon bereit meine Befehle auszuführen. Kann dein Meister, Malik Shah, das gleiche sagen? Und er fordert mich auf, meine Souveränität aufzugeben! Dies ist deine Antwort. Geh!“

Solch eine Szene wäre eines stark übertriebenen Horrorfilms würdig. Und doch fand es als historische Tatsache statt. Die einzige Wortklauberei der Chronisten dieser Zeit war, dass Hasan’s Anhänger „nur ungefähr 40.000“ waren. Wie dieser Mann Sabbah zu dieser unheimlichen Macht kam, und wie seine Anhänger den Terror in die Herzen der Menschen brachte vom Kaspischen Meer bis nach Ägypten, ist eine der außergewöhnlichsten Geschichten der Geheimgesellschaften der Mysterien. Heutzutage existiert die Sekte der Hashishin (oder Drogensüchtler) noch immer in der Form der Ismailiten, deren unbestrittener Chef, der mit Göttlichen Eigenschaften ausgestattet ist, Aga Khan ist.

Mystery Babylon (Bill Cooper) – Stunde 11 – The Assassins (deutsch)

Mystery Babylon (Bill Cooper) – Stunde 11 – The Assassins (englisch)

Wie viele andere geheime Kulte basiert die Organisation der Assassinen auf einer früheren Verbindung. Und um zu verstehen, wie sie funktionierten und welches ihre Ziele waren, müssen wir mit diesen Wurzeln beginnen.

Es ist zu beachten, liebe Zuhörer, dass sich die Anhänger des Islam im 7. Jahrhundert nach Christus in zwei Teile aufgesplittet haben. Die Orthodoxen, die Mohammed als den Überbringer der göttlichen Inspiration ansehen, und den Shias, die Ali, seinen Nachfolger, den vierten Imam, als wichtiger ansehen. Es sind die Schiiten, um die es hier geht.

Vom Beginn der Spaltung in den frühen Tagen des Islam stützten sich die Schiiten um überleben zu können auf Geheimhaltung, Organisation und Initiation. Obwohl sie die Minderheit im Islam waren, glaubten sie, die Mehrheit (und schließlich die ganze Welt) durch überlegenere Organisation und Macht überwinden zu können. Zu diesem Zweck gründeten sie eine Reihe von Gesellschaften die geheime Riten praktizierten in denen die Persönlichkeit des Ali verehrt wurde und dessen Fußvolk hauptsächlich darauf trainiert wurde, die Weltherrschaft zu erreichen.

Eine der erfolgreichsten Geheimgesellschaften, die die Schiiten gegründet haben war der „Aufenthaltsort des Lernens“ in Kairo, welches das Trainingsfeld für Fanatiker war, die mit den listigsten Methoden dazu gebracht wurden an eine besondere göttliche Mission zu glauben. Um dies zu bewerkstelligen mussten die ursprünglichen demokratischen islamischen Ideen durch erfahrene Lehrer überwunden werden, die gemäß den Anordnungen des Kalifen der Fatimiden handelten, der in Ägypten zu dieser Zeit herrschte.

Die Mitglieder wurden aufgenommen mit dem Verständnis, dass sie verborgene Kräfte und zeitlose Weisheit erhalten würden die es ihnen ermöglichten ein genauso wichtiges Leben wie manche der Lehrer zu führen. [Und man findet dieselben Regeln in jedem Ableger, in jeder Nationalität, auf jedem Kontinent wo sich die Mysterien durchsetzen.] Der Kalif sorgte dafür, dass die Lehrer keine gewöhnlichen Menschen waren. Der oberste Richter war einer von ihnen, ein anderer war der befehlshabende Kommandant der Armee, ein dritter der Minister des Hofes. Es gab keinen Mangel an Bewerbern. In jedem Land, wo die höchsten Beamten des Reiches einen Körper von Lehrern bildeten, kann man das Gleiche finden.

Klassen wurden in Studiengruppen aufgeteilt, einige setzten sich aus Männern zusammen, einige aus Frauen, die gemeinsam die „Versammlung der Weisheit“ genannt wurden. Alle Lektionen wurden sorgfältig vorbereitet, aufgeschrieben und an den Kalifen gegeben für sein Siegel. Am Ende der Vorlesung küssten alle Anwesenden das Siegel: Denn behauptete nicht der Kalif ein direkter Nachfahre von Mohammed zu sein, durch seinen Schwiegersohn Ali und von Ismail, dem siebten Imam? Er war die Verkörperung des Göttlichen, weitaus mehr als es irgendein Tibetischer Lama je war.

Die Universität war aufwändig ausgestattet und besaß die besten Manuskripte und hatte wissenschaftliche Instrumente zur Verfügung. Sie erhielt einen Zuschuss von einer Viertel Million Goldstücke jährlich vom Kalifen. Ihre äußere Form war ähnlich dem Muster der alten arabischen Universitäten, nicht viel anders als Oxford. Aber ihr wirklicher Zweck war die vollständige Transformation des Geistes des Schülers.

Die Schüler mussten durch neun Grade der Initiation gehen. [Die selbe Anzahl, die vom York-Ritus der Freimaurerei behauptet wird.] Im ersten Grad warf der Lehrer seine Schüler in einen Zustand des Zweifelns über alle konventionelle Ideen, religiöser und politischer Natur. Sie benutzten falsche Analogien und jedes andere Argument um dem Aspiranten glauben zu machen, dass alles was ihm von seinen früheren Mentoren gelehrt wurde voreingenommen und rügefähig war. Der Effekt davon war laut dem arabischen Historiker Al-Maqrizi, dass der Schüler sich der Persönlichkeit des Lehrers zuwandte als die einzige Quelle für die einzig richtige Interpretation der Fakten. Zur selben Zeit deuteten die Lehrer die ganze Zeit darauf hin, dass formales Wissen nur der Mantel für eine versteckte, innere und kraftvolle Wahrheit ist, dessen Geheimnisse vermittelt wurden wenn die Jugend bereit war, sie zu empfangen. [Keiner fragte sich jemals warum kein Geheimnis weitergegeben wurde.] Diese „Verwirrungstaktik“ wurde solange ausgeführt, bis der Schüler einen Zustand erreichte wo er dafür vorbereitet wurde, ein Gelübde des blinden Gehorsams einem seiner Lehrer zu schwören.

Dieser Schwur, gemeinsam mit einigen geheimen Zeichen, wurde nach einiger Zeit verabreicht und der Kandidat erhielt den ersten Grad der Einweihung. Im zweiten Grad der Einweihung wurde dem Aspiranten gesagt, dass nur die Imame (die Nachfolger von Mohammed) die wahre und einzige Quelle für geheimes Wissen und Kraft sind. Die Imame inspirierten die Lehrer. Deshalb musste der Schüler zustimmen, dass jedes Wort und jede Tat von den ihnen zugewiesenen Lehren gesegnet und göttlich inspiriert war. Im dritten Grad wurden die esoterischen Namen der sieben Imame enthüllt sowie die geheimen Worte, mit denen sie beschwört werden konnten und durch die die inhärenten Kräfte durch Wiederholungen der Namen befreit werden konnten um vom Einzelnen verwendet zu werden, speziell im Dienst der Sekte.

Im vierten Grad wurde die Abfolge der sieben mystischen Gesetzgeber und magischen Persönlichkeiten dem Schüler gegeben. Diese wurde dargestellt als Adam, Noah, Abraham, Moses, Jesus, Mohammed und Ismail. Es gab sieben mystische „Helfer“: Seth, Shem, Ishmael, Aaron, Simon, Ali und Mohammed, Sohn des Ismail. Dieser letzte war tot, aber er hatte einen geheimnisvollen Stellvertreter, der der Herr dieser Zeit war: autorisiert um seine Anweisungen den „Menschen der Wahrheit“ zu geben, wie sich die Ismaeliten selbst nannten. Diese verborgene Gestalt gab dem Kalifen die Macht zu behaupten, dass er unter noch höheren Anweisungen handelte.

Der fünfte Grad benannte die zwölf Apostel unter den 7 Propheten, deren Namen, Funktionen und magische Kräfte beschrieben wurden. In diesem Grad sollte die Kraft des Beeinflussens Anderer durch persönliche Konzentration gelehrt werden. Ein Autor behauptet, dass dies lediglich durch Wiederholung über einen Zeitraum von 3 Jahren hinweg des magischen Wortes AK-ZABT-I, um den Geist zu trainieren, erreicht worden sein soll.

Der sechste Grad involvierte eine Unterweisung in den Methoden des analytischen und destruktiven Argumentierens, in welchem der Postulant eine sehr strenge Prüfung bestehen musste. Der siebte Grad brachte die Offenbarung des großen Geheimnisses: Dass die gesamte Menschheit und die ganze Schöpfung eins sind und jedes kleine Ding Teil eines Ganzen sei, was die schöpferische Kraft und die zerstörerische Kraft beinhaltete [der androgyne Gott]. Aber als ein Ismaili konnte der Einzelne diese Kraft benutzen die bereit dafür war, in seinem innersten erweckt zu werden um den Rest der Menschheit zu bezwingen, die nichts über dieses immense Potential wusste. Diese Kraft kam durch die Hilfe der mysteriösen Macht die „Herr der Zeit“ genannt wurde.

Um sich für den achten Grad zu qualifizieren musste der Aspirant glauben, dass die gesamte Religion, Philosophie und dergleichen betrügerisch war. Alles was zählte war das Individuum, welches Befriedigung nur erlangen konnte durch Knechtschaft unter der höchst entwickelten Macht – dem Imam. Der neunte und letzte Grad brachte die Offenbarung des Geheimnisses, dass es soetwas wie Glauben nicht gibt: Alles was zählte war die Handlung. Und der alleinige Besitzer für die Gründe irgendeine Handlung auszuführen war der Chef der Sekte.

Als Geheimgesellschaft war die Organisation der Ismailiten wie oben beschrieben zweifelsfrei sehr leistungsfähig eine große Anzahl von Anhängern hervorzubringen die blind den Befehlen von demjenigen gehorchen würden, der die Kontrolle über das Gebäude hatte. Aber wie bei vielen anderen Einrichtungen dieser Art gab es starke Einschränkungen aus der Sicht der Effektivität.

Vielleicht ist die Phase der Revolten und Umstürze, die von der Gesellschaft geplant wurde, nicht in Gang gekommen. Vielleicht war es nicht vorgesehen, dass es anders funktionierte als durch das Training des Einzelnen. Sei es wie es wolle, ihren wirklichen Erfolg hatten sie nur im Ausland in Bagdad [im Jahr 1058], wo ein Mitglied die vorübergehende Kontrolle über Bagdad erlangte und Münzen im Namen des Kalifen von Kairo prägte. Nun wurde dieser Sultan von den Türken erschlagen, die nun ins Bild kamen, und das Hauptquartier in Kairo war ebenfalls bedroht. Im Jahr 1123 wurde die Gesellschaft von Wesir Afdal geschlossen. Der Aufstieg der Türken an die Macht schien die expansionistische Sekte aus Kairo so stark zu entmutigen, dass sie fast untergegangen wäre, und sehr wenig ist über sie bekannt nach diesem Datum.

Es lag nun an Hasan, Sohn von Sabbah, dem Alten vom Berge, das System der angeschlagenen Geheimgesellschaft zu perfektionieren und er gründete eine Organisation, die seit fast 1000 Jahren Bestand hat.

Hassan-i Sabbah

Wer war Hasan? Nun, er war der Sohn eines Schiiten (Ali-Verehrer) in Chorasan, ein höchst fanatischer Mann, der behauptete seine Vorfahren wären Araber aus Kufa. Diese Annahme war wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass eine solche Linie die Ansprüche auf religiöse Bedeutung bestärkte, damals wie heute, unter Muslimen. Die Leute aus der Nachbarschaft, viele von ihnen ebenfalls Schiiten, erklärten ganz entscheidend, dass Ali ein Perser war, genau wie seine Vorfahren. So wird allgemein angenommen, dass dies die richtigere Version war. Da der Gouverneur der Provinz ein orthodoxer Moslem war scheute Ali keine Mühen dieselbe Gestalt anzunehmen. Heutzutage wird das als komplett zulässig angesehen – die Lehre der intelligenten Verstellung. Und es gab einige Zweifel an seiner Zuverlässigkeit im religiösen Sinne, er zog sich in ein Kloster zurück und schickte seinen Sohn Hasan auf eine orthodoxe Schule. Diese Schule war keine gewöhnliche. Es war der Kreis der Schüler unter dem Vorsitz des gefürchteten Imam Muwafiq, über den gesagt wurde, dass jeder Einzelne, der sich ihm angeschlossen hatte, zu großer Macht kam.

Es war hier, dass Hasan auf Omar Khayyam traf, dem Zeltmacher, Poeten und Astronomen, der später der Dichterfürst von Persien wurde. Ein anderer seiner Mitschüler war Nizam-al-Mulk, der aus dem Bauerntum emporkam und Premierminister wurde. Diese drei schlossen einen Pakt, laut der Autobiographie von Nizan, dass der erste, der ein hohes Amt erreichte den anderen helfen würde. [Und dieser Grundsatz hat bis heute überlebt. Ihre Eigenen infiltrieren alle Schichten der Gesellschaft, des Militärs und der Regierung und ziehen dann ihre Brüder zu sich hoch in Positionen unter ihnen. Es ist die Methode des Infiltrierens und wie man große Menschenmassen, Bevölkerungen, Regierungen, militärische Organisationen und die Gesellschaft als Ganzes kontrolliert.]

Nizam, der Höfling, wurde der Wesir von Alp-Arslan, der türkische Sultan von Persien, in einer relativ sehr kurzen Zeit. Er half Omar, in Übereinstimmung seines Schwurs, und sicherte ihm eine Pension, die ihm ein Leben in Leichtigkeit und Genuss bescherte in seinem geliebten Nishapur, wo er viele von seinen Gedichten geschrieben hat. In der Zwischenzeit blieb Hasan im Verborgenen, wanderte durch den Nahen Osten und wartete auf seine Chance die Macht zu erlangen von der er geträumt hatte. Arlsan der Löwe starb und Malik Shah rückte nach. Plötzlich wandte sich Hasan an Nizam und beanspruchte für sich einen Platz am Hof. Erfreut seinen Schwur aus der Kindheit zu erfüllen, gab ihm der Wesir einen beliebten Platz und deshalb sickerte folgendes in seiner Autobiographie durch:

„Ich hatte ihn zu einem Minister gemacht durch meine starken und extravaganten Empfehlungen. Wie sein Vater jedoch erwies er sich als Betrüger, Heuchler und selbstsüchtigen Bösewicht. Er war bei der Verstellung so klug, dass er fromm erschien, wenn er es nicht war, und es dauerte nicht lange und er hatte völlig den Geist des Schahs erobert.“

Malik Shah war jung, und Hasan wurde in der schiitischen Kunst trainiert, Leute zu gewinnen durch scheinbare Ehrlichkeit [was heißt, dass es den Anschein von Ehrlichkeit erweckt, aber in Wirklichkeit ist es unehrlich. Genauso wie der Bericht über die scheinbaren Verletzungen der FCC (lacht)]. Aber Nizam war noch immer der wichtigste Mann im Reich mit einer beeindruckenden Bilanz von ehrlichem Umgang und Leistungen. Hasan beschloss, ihn zu beseitigen.

Der König hatte im Jahr 1078 gebeten, eine Vollständige Abrechnung der Einnahmen und Ausgaben des Reiches zu machen und Nizam sagte ihm, dass das über ein Jahr dauern würde. Hasan aber behauptete, dass die gesamte Arbeit in nur 40 Tagen vollbracht werden könnte und bot an, es zu beweisen. [Und da sind schon wieder diese 40 Tage]. Die Aufgabe wurde ihm übertragen. Und die Konten wurden in der angegebenen Zeit vorbereitet. Etwas lief an diesem Punkt falsch. Eine Balance der historischen Meinungen besagt, dass  Nizam im letzten Moment zurückschlug mit den Worten: „Bei Allah, dieser Mann wird uns alle vernichten, es sei denn er wird unschädlich gemacht, obwohl ich meinen Spielkameraden nicht töten kann.“ Nun, was immer die Wahrheit sein mag, es scheint, dass Nizam es gelungen war solche Unterschiede in die entgültige kalligraphische Version der Konten zu bringen, dass als Hasan sie vorlas sie derartig unglaubwürdig schienen, dass der Schah ihn wütend ins Exil schickte. Da er behauptete, dass er die Konten mit seiner eigenen Hand geschrieben hatte, konnte Hasan ihre unglaublichen Mängel nicht rechtfertigen [und konnte die Schuld nicht seinem Freund geben].

Hasan hatte Freunde in Isfahan, wohin er sofort geflohen ist. Dort überlebte ein Eintrag über das, was er dort gesagt hatte, was ein interessantes Licht auf das geworfen hat, was in seinem Kopf vorgeht. Einer seiner Freunde, Abu-al-Fazal, berichtet über Hasan, dass nachdem er die bittere Geschichte von seinem Sturz erzählte, er geschrien hat: „Wenn ich nur zwei, nur zwei, Anhänger hätte die mir beistehen, dann würde ich diesen Türken und diesen Bauern in den Untergang stürzen.“

Fazal kam zu dem Schluss, dass Hasan Abschied von seinem Verstand genommen hat und versuchte ihn aus seiner grausigen Stimmung herauszubekommen. Hasan nahm daran Anstoß und bestand darauf, dass er an einem Plan arbeitete und dass er Rache nehmen würde. Er brach nach Ägypten auf um sein Pläne auszuarbeiten.

Fazal wurde später selbst ein Anhänger des Chefs der Assassinen und Hasan erinnerte ihn 20 jahre später an diesen Tag in Isfahan: „Hier bin ich in Alamut, Meister über alles was ich erfassen kann: und mehr. Der Sultan und der Bauernwesir sind tot. Habe ich mein Gelübde nicht gehalten? War ich der Verrückte, für den du mich gehalten hast? Ich habe meine zwei Anhänger gefunden, die für meine Pläne nötig waren.“

Hasan erzählt selbst die Geschichte, wie er zu seinen Reichtümern kam nach der Flucht aus Persien. Er wurde in die geheimen Lehren der Ismailiten [der arabische Zweig der Mysterien] eingeführt und erkannte die Möglichkeiten der Macht, die einem solchen System innewohnten. Er wußte, dass es in Kairo einen starken Kern der Gesellschaft gab. Und wenn wir den Worten von Fazal glauben schenken, hatte er bereits einen Plan mit dem er seine Anhänger in disziplinierte, ergebene Fanatiker umwandeln konnte, bereit für ihren Führer zu sterben. Was war dieser Plan? Nun, er hatte beschlossen, dass es nicht genug sein würde das Paradies, Erfüllung und ewige Freude den Leuten zu versprechen. Er würde es ihnen sogar zeigen. Zeigen in Form eines künstlichen Paradieses, wo Jungfrauen spielten und in Brunnen duftendes Wasser sprudelte, wo jeder Sinneswunsch inmitten von schönen Blumen und vergoldeten Pavillions erfüllt wurde. Und das [liebe Zuhörer] ist was er schließlich tat.

Hasan wählte ein verstecktes Tal für den Standort seines Paradieses, das von Marco Polo beschrieben wird, der im Jahr 1271 dort vorbeigekommen ist:

„In einem wunderschönen Tal, welches von zwei hohen Bergen eingeschlossen war, hat er einen luxuriösen Garten geformt mit jeder köstlichen Frucht und jedem duftendem Strauch, der beschafft werden konnte. Paläste von verschiedenen Größen und Formen wurden in verschiedenen Teilen des Geländes errichtet, geschmückt mit Kunstarbeiten aus Gold, mit Gemälden und mit Möbeln aus schimmernder Seide. Durch kleine Kanäle in den Gebäuden wurden Ströme von Wein, Milch, Honig und manche mit reinem Wasser geleitet und man sah sie in alle Richtungen fließen. Die Bewohner dieser Orte waren elegante und schöne Jungfrauen, ausgebildet in der Kunst des Singens, in der Kunst des Spielens sämtlicher Musikinstrumente, Tanzen und vor allem in der Kunst der Tändelei und der amourösen Verlockungen. Bekleidet mit teurer Kleidung wurden sie kontinuierlich beim Sport und beim Amüsieren in den Gärten und Pavillons gesehen, ihre weiblichen Wächter wurde jedoch hinter Türen verschlossen und es war ihnen nie erlaubt, sich zu zeigen. Das Ziel, das der Chef in Aussicht hatte durch das Formen eines Gartens dieser faszinierenden Art war einfach folgendes: Als Mohammed denen versprach, die seinen Willen befolgten, ins Paradies eintreten werden, wo jede Art von sinnlicher Befriedigung gefunden werden konnte, in der Gesellschaft von wunderschönen Nymphen, war er begierig darauf von seinen Anhängern ebenfalls als Prophet angesehen zu werden, ebenbürtig zu Mohammed, und dass er die Macht besaß, Einlass in das Paradies zu gewähren, jedem den er wollte. Damit niemand ohne seiner Zulassung in dieses delikate Tal gelangen konnte, errichtete er eine starke und uneinnehmbare Burg an dessen Öffnung, durch die der Eingang durch einen Geheimgang war.“

[Und deswegen die Legende von Shambala, oder dem Paradies in den Bergen, einem Tal von üppigen Grün, unendlicher Früchte, Veranstaltungen, wunderschöne Jungfrauen. So hat die Legende begonnen!]

Hasan begann junge Männer aus dem Umland anzuwerben, die im Alter zwischen 12 und 20 waren: Besonders diejenigen, von denen er glaubte sie wären von möglichem Material für die Ausbildung von Killern. Jeden Tag hielt er Gericht, einen Empfang, auf welchem er über die Freuden des Paradieses sprach … „und zu bestimmten Zeiten ließ er zehn oder einem Duzend Jugendlichen ein Schlafmittel verabreichen, und wenn sie halbtot im Schlaf waren [mit Drogen betäubt], ließ er sie zu den Palästen im Garten bringen. Als sie aus diesem Zustand der Lethargie aufwachten, wurden ihre Sinne durch all die schönen Gegenstände gereizt, und jeder sah sich in der Gesellschaft von schönen Jungfrauen die sangen, spielten und seine Bedürfnisse durch die faszinierendsten Zärtlichkeiten befriedigten, die ihm auch leckere Köstlichkeiten und erlesene Weine servierten, bis, berauscht durch Überfluss und Freude zwischen tatsächlichen [tatsächlichen, realen] Flüssen aus Milch und Wein, er sich selbst im Paradies glaubte und eine mangelnde Bereitschaft fühlte, auf diese Genüsse zu verzichten. Nach vier oder fünf Tagen wurde sie abermals in einen Zustand der Schläfrigkeit geworfen [Drogen verabreicht] und aus dem Garten getragen. Nachdem er wieder bei Bewusstsein war wurde er gefragt, wo er denn war, und sein Antwort war, „im Paradies, durch die Gunst eurer Hoheit“; und dann, vor dem ganzen Hof, die ihnen zuhörten mit eifrigem Erstaunen und Neugier, gaben sie einen umfassenden Bericht über die Szenen, von denen sie Zeuge wurden. Der Chef sagte dann zu ihnen: „Wir haben die Zusicherung von unserem Propheten, dass diejenigen, die ihren Herrn verteidigen ins Paradies eingehen sollen, und wenn ihr euch selbst mir und meinen Anweisungen unterwerft, wartet dieses glückliche Los auf euch.“

Nun wurde zunächst von einigen Selbstmord verübt [um wieder zum Paradies zurückzukehren, das sie gerade verlassen mussten und nicht wussten, dass es eine Illusion war]; aber den Überlebenden wurde früh gesagt, dass nur der Tod durch den Gehorsam Hasan’s Anweisungen den Schlüssel zum Paradies ermöglichte. Im elften Jahrundert waren es nicht nur leichtgläubige persische Bauern, die soetwas glaubten. Sogar unter den anspruchsvolleren Leuten wurde die Realität des Gartens und der Jungfrauen komplett akzeptiert. Zwar predigte ein guter Teil der Sufis, dass der Garten eine Allegorie war – aber es blieben immer noch genügend Leute über, die glaubten, dass sie ihren Sinnen trauen können.

Die alte Kunst des Betrugs, von Abdel-Rahman von Damaskus, verrät einen weiteren Trick von Hasan. Er hatte eine tiefe, schmale Grube im Boden seiner Audienz-Kammer. Darin stand einer seiner Anhänger auf solche Weise, dass nur sein Kopf und sein Hals herausragten. Um seinen Hals wurde ein runder Teller aus zwei Teilen mit einem Loch in der Mitte plaziert, die zusammenpassten. Dies erweckte den Eindruck, dass ein abgetrennter Kopf auf einem Teller am Boden stand. Um diese Szene glaubwürdiger zu gestalten lies er etwas frisches Blut um den Kopf auf dem Teller tropfen.

Dann wurden die Rekruten [die zu Initiierenden] hereingebracht. „Sag ihnen“, befahl der Chef, „was du gesehen hast.“ Der Jünger [der als Kopf auf einem Teller erschien] beschrieb die Freuden des Paradieses. „Ihr habt den Kopf eines Mannes gesehen, der gestorben ist, den ihr alle gekannt habt. Ich habe ihn reanimiert damit er mit seiner eigenen Zunge sprechen kann.“ [Und dann würde er wirklich den Mann heimtückisch köpfen] in vollem Ernst und steckte ihn einige Zeit irgendwohin, damit ihn jeder der Gläubigen sehen konnte. Der Effekt dieses Kunststücks plus Mord steigerte die Begeisterung für das Martyrium auf das erforderliche Maß [und gab ihm unglaubliche Kontrolle über seine Herde.]

Es gibt viele dokumentierte Fälle von der Rücksichtslosigkeit der Anhänger der Ismailiten. Ein Zeuge war ein Westler, der ein Jahrhundert später ähnlich dem Spektakel behandelt wurde, welchem der Vertreter des Malik Shah beigewohnt hat.

[Aber wir müssen zuerst eine Pause machen, Leute. Geht nicht weg, ich werde gleich wieder da sein nach dieser sehr kurzen Pause.]

(Interlude music: Theme from The Twilight Zone) <komponiert von Marius Constant>

Heinrich, Graf von Champagne, berichtet, dass er 1194 durch Ismaili Gebiet reiste. „Der Anführer schickte ein paar Personen um ihn zu begrüßen und zu bitten, auf seiner Rückkehr Halt zu machen und an der Gastfreundschaft der Burg teilzuhaben. Der Graf akzeptierte die Einladung. Als er heimkehrte, näherte sich der Dai-el-Kebir (Großer Missionar), ihn zu treffen, zeigte ihm jedes Zeichen der Ehre und ließ ihn seine Burg und seine Festungen sehen. Als sie durch einige durch waren, kamen sie nach langer Zeit zu einem der Türme, die zu einer extremen Höhe ragten. Auf jedem Turm standen zwei Wächter gekleidet in weiß. ‚Diese,‘ sagte der Anführer, indem er auf sie zeigte, ‚gehorchen mir weit besser, als die Untertanen eurer Christen ihren Herren gehorchen;‘ und bei einem gegebenen Signal warfen sich zwei von ihnen herunter und wurden in Stücke geschmettert. ‚Wenn Sie wünschen,‘ sagte er zu dem erstaunten Graf, ‚werden alle meine Weißen das gleiche tun.‘ Der wohlwollende Graf erschrak vor dem Vorschlag und gestand ehrlich ein, dass kein christlicher Prinz solchen Gehorsam bei seinen Untertanen vermuten konnte. Als er fortging mit vielen wertvollen Geschenken, sagte der Anführer bedeutsam zu ihm: ‚Durch diese zuverlässigen Diener werde ich alle Feinde unserer Gesellschaft los.'“

Weitere Details der Mentalität Hasans werden in etwas, was angeblich ein autobiografischer Bericht seiner frühen Tage ist, gegeben: und es ist wahrscheinlich wirklich einer, denn die Methode seiner Bekehrung scheint das Muster zu verfolgen, das in Fanatikern beobachtet wurde, ob politischer oder religiöser Überzeugung.

Er war, wie er sagt, erzogen im Glauben an das göttliche Recht der Imams, von seinem Vater. Er traf früh einen Ismailitischen Missionar (Emir Dhareb), mit dem er energisch gegen seine spezielle Form des Glaubens diskutierte. Dann, einige Zeit später, durchlief er einen Anfall schwerer Krankheit, in welchem er fürchtete zu sterben und anfing zu denken, dass die Ismaili Doktrin vielleicht wirklich die Straße zur Erlösung und zum Paradies sei. Wenn er unkonvertiert sterben würde, würde er möglicherweise verdammt werden. So kam es, dass sobald er sich erholte, er einen weiteren Ismaili Propagandist aufsuchte, Abu Najam, und dann noch andere. Schließlich ging er nach Ägypten, um den Glauben in seinen Hauptquartieren zu studieren.

Er wurde mit Ehre vom Kalifen empfangen, aufgrund seiner früheren Position im Gericht von Malik Shah. Um ihre eigene Wichtigkeit zu steigern, verruchten die hohen Offiziellen des Gerichts durch die Bedeutung ihres neuen Konvertiten in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erregen; aber diese Tatsache schien am Ende eher Hasan zu dienen, als ihnen. Er begab sich in politische Intrige und wurde verhaftet, dann in einer Festung eingesperrt. Gerade hatte er das Gefängnis betreten, als ein Minarett zusammenstürzte und auf unerklärte Weise wurde dies als ein Omen interpretiert, dass Hasan tatsächlich eine göttlich beschützte Person war. Der Kalif, der Hasan schleunig eine Anzahl wertvoller Geschenke machte, ließ ihn in ein Schiff setzen, das in Richtung Nord-Westafrika segelte. Dies gab ihm die Mittel, die er benutzen würde, um sein ‚Paradies‘ zu errichten – und ebenfalls, durch eine Laune des Schicksals, er die Jünger finden würde, die er suchte.

Ein gewaltiger Sturm kam auf, der dem Kapitän, der Besatzung und den Passagieren gleichermaßen Angst einflößte. Gebete wurden gesprochen und Hasan wurde aufgefordert, sich anzuschließen. Er lehnte ab. „Der Sturm ist mein Werk; wie könnte ich beten, dass er nachlässt?“ fragte er. „Ich habe das Missfallen des Allmächtigen gezeigt. Wenn wir sinken, werde ich nicht sterben, denn ich bin unsterblich. Wenn ihr gerettet werden wollt, glaubt an mich und ich werde den Wind unter Kontrolle bringen.“

Zuerst wurde das Angebot nicht angenommen. Doch bald, als das Schiff am Punkt des Kenterns zu sein schien, kamen die verzweifelten Passagiere zu ihm und schworen ewige Treue. Hasan war noch immer ruhig; und blieb so, bis der Sturm vorüber war. Das Schiff wurde weiter getrieben an die Küste Syriens, wo Hasan von Bord ging, zusammen mit zwei der Händlerpassagiere, die seine ersten echten Jünger wurden.

Hasan war noch nicht bereit für die Erfüllung seines Schicksals, so wie er es sah. Vorerst reiste er unter dem Deckmantel eines Missionars des Kalifs in Kairo. Von Aleppo ging er nach Baghdad, ein Hauptquartier suchend, wo er sicher vor Störung wäre und wo er mächtig genug werden würde, zu expandieren. Der Weg führte ihn nach Persien, wo er durchs Land reiste und Konvertiten zu seinen Vorstellungen machte, welche noch immer offensichtlich stark auf den geheimen Doktrinen der ägyptischen Isma’iliten basierten. Überall, wo er einen wirklich ergebenen Jünger (fidayi) erschuf, hieß er ihn dort zu bleiben und den Kreis seiner Anhänger zu vergrößern. Diese Kreise wurden Brutstätten zur Produktion von ‚Selbstopferern‘, den Eingeweihten, die aus den Reihen der vielversprechendsten gewöhnlichen Konvertiten genommen wurden. So kam es, dass Miniaturtrainingszentren, geformt nach dem Wohnsitz des Lernens, gerade mal ein paar Monate nach seiner Rückkehr in sein Heimatland existierten.

Während seiner Reisen, berichtete ein bewährter Leutnant – ein Hussein Kahini – dass der Iraki Bezirk, wo die Festung von Alamut platziert war, ein idealer Ort zum Bekehren sei. Die meisten der gewöhnlichen Leute dieses Orts waren in der Tat von der Ismailitendenkweise überzeugt worden. Das einzige Hindernis war der Gouverneur – Ali Mahdi – der auf den Kalifen von Baghdad als seinen spirituellen und weltlichen Herrn sah. Die ersten Konvertiten wurden des Landes verwiesen. Doch schon bevor viele Monate verstrichen waren, gab es so viele Isma’iliten in der Bevölkerung, dass der Gouverneur gezwungen war, ihnen zu erlauben, zurückzukehren. Hasan würde er allerdings nicht dulden. Der voraussichtliche Besitzer von Alamut entschied, eine List zu versuchen. Er bot dem Gouverneur dreitausend Goldstücke für ‚die Menge an Land, die von der Haut eines Ochsen umfasst werden konnte‘. Als Mahdi diesem Verkauf zustimmte, produzierte Hasan eine Haut, schnitt sie in die kleinst möglichen Riemen und band sie zusammen, um eine Schnur zu bilden, die die Burg von Alamut umfasste. Obwohl der Gouverneur es ablehnte, solch einen Handel anzuerkennen, bewirkte Hasan eine Verordnung eines hochangestellten Offiziellen der Seljukherrscher, der verlangte, dass die Festung Hasan für dreitausend Goldstücke ausgehändigt würde. Es stellte sich heraus, dass dieser Offizielle selbst ein heimlicher Anhänger des Scheichs vom Berg war.

Das Jahr war 1090 n.Chr. Hasan war nun bereit für den nächsten Teil seines Plans. Er attackierte und besiegte die Truppen des Emirs, der in das Gouverneursamt der Provinz gesetzt worden war und schweißte die Leute der umliegenden Bezirke zu einer festen Gruppe von fleißigen und zuverlässigen Arbeitern und Soldaten, die nur ihm gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet waren. Innerhalb von zwei Jahren war der Wesir Nizam-ul-Mulk von einem von Hasan gesandten Attentäter ins Herz gestochen worden und der Kaiser Malik Shah, der es wagte, Truppen gegen ihn zu schicken, starb mit starkem Verdacht auf Gift. Hasans Rache an seinem Klassenkameraden machte ihn damit zum ersten Ziel seiner Schreckensherrschaft. Mit dem Tod des Königs war das gesamte Reich in zwei Krieg führende Parteien aufgespaltet. Lange Zeit hielten nur die Assassinen alleine ihren Zusammenhalt. In weniger als einem Jahrzehnt hatten sie sich selbst zu Meistern des ganzen persischen Iraks gemacht und über viele Festungen im gesamten Imperium. Sie taten dies durch Beutezüge, direkten Angriff, den vergifteten Dolch und auf jede andere Weise, die zweckmäßig schien. Die orthodoxen religiösen Führer verlautbarten ein Verbot nach dem anderen gegen ihre Lehren; alle ohne Effekt.

Zu diesem Zeitpunkt war die gesamte Loyalität der Isma’iliten unter ihm vom Kalifen zur Person des Scheichs vom Berg übertragen worden, welcher der Schrecken jedes Prinzen in diesem Teil Asiens wurde, die Kreuzzugführer eingeschlossen. „Trotz der Erschöpfung, Gefahren und Torturen gaben die Assassinen freudig ihr Leben, wann immer es dem großen Meister beliebte, der sie entweder dazu nötigte, ihn zu beschützen oder seine Todesmandate auszuführen. Wenn das Opfer ausgesucht worden war, gingen die Anhänger, in eine weiße Tunika mit roter Schärpe gekleidet, den Farben der Unschuld und des Bluts, auf ihre Mission ohne von Entfernung oder Gefahr abgeschreckt zu sein. Wenn sie die Person, die sie suchten, gefunden hatten, erwarteten sie den günstigsten Moment um sie zu ermorden und ihre Dolche verfehlten selten ihr Ziel.“

Richard Löwenherz wurde einmal vorgeworfen, den ‚Herrn vom Berg‘ gebeten zu haben, Conrad von Montferrat töten gelassen zu haben; ein Plan, der so ausgeführt wurde: „Zwei Assassinen ließen sich taufen und platzierten sich neben ihm und wirkten, als sei ihre Absicht bloß zu beten. Doch die günstige Gelegenheit bot sich; sie stachen ihn und einer suchte Zuflucht in der Kirche. Aber als er hörte, dass der Prinz noch lebend weggetragen worden war, zwang er sich wieder in Montferrats Anwesenheit und stach ihn ein zweites Mal; und starb dann ohne sich zu beschweren unter ausgeklügelten Foltern.“ Der Orden der Assassinen hatte seine Methode, die Treue von Menschen zu sichern, zu einem beinahe beispiellosem Ausmaß perfektioniert, und auf einer Skala, die selten erreicht wurde.

Die Assassinen trugen den Kampf auf zwei Seiten aus.

Sie kämpften jeweils auf der Seite der Kreuzzüge, die ihren Zielen diente. [Sie kämpften mit und gegen die Tempelritter].

Gleichzeitig führten sie den Kampf gegen die Perser fort. Der Sohn und Nachfolger von Nizam-ul-Mulk wurde von einem Assassinendolch niedergestreckt. Der Sultan, der der Nachfolger seines Vaters Malik Shahs war und Macht über die meisten seiner Gebiete erlangt hatte, marschierte gegen sie. Eines morgens jedoch, erwachte er mit einer Assassinenwaffe, die sorgfältig in den Boden neben seinem Kopf gesteckt worden war. In ihr war eine Nachricht, die ihn warnte, die beabsichtigte Belagerung Alamuts abzusagen. Er kam zu einer Einigung mit den Assassinen, obwohl er zweifellos ein mächtiger Herrscher war. Sie hatten, was einer freien Hand gleich kommt, im Austausch gegen einen Pakt, in dem sie versprachen, ihre militärische Macht zu verringern. [Es war während ihren Pakten, Abhandlungen und Kämpfen mit den Tempelrittern, dass die Tempelritter in die Mysterien eingeweiht wurden].

Hasan lebte für 34 Jahre nach seiner Übernahme von Alamut. Zu nur zwei Anlässen hatte er seit dem überhaupt sein Zimmer verlassen: und dennoch regierte er ein unsichtbares Imperium, so groß und furchterregend, wie kein Mensch zuvor oder danach. [Sagen sie zumindest, aber sein Imperium existiert vielleicht noch immer, geändert und vermischt mit vielen weiteren Sekten der Mysterien].

Er schien zu realisieren, dass der Tod beinahe auf ihm lag und begann ruhig Pläne für die dauerhafte Fortsetzung des Ordens der Assassinen zu machen.“

Jetzt werden wir mit den letzten Tagen der Assassinen beginnen, welche wir allerdings erst in der nächsten Episode beenden werden.

„Der Herrscher einer der furchteinflößendsten Organisationen, die die Welt je gesehen hat, war ohne direkten Nachfolger. Er hatte beide seiner Söhne töten lassen: einen dafür, einen nichtautorisierten Mord ausgetragen zu haben, den anderen dafür, Wein zu trinken; sicherlich ein Fall von ‚tu, was ich sage, nicht was ich tue‘. Er rief seine getreuesten Leutnants von den Burgen, welche sie in seinem Namen erhielten: Kia Buzurg-Umid (Kia des großen Versprechens) und Abu-Ali von Qaswin. Kia sollte den spirituellen und mystischen Aspekt erben, während Abu-Ali auf die militärischen und administrativen Angelegenheiten des Ordens aufpasste. Es wird gesagt, dass Hasan ibn Sabah beinahe unmittelbar danach starb, 1124, im Alter von 90 Jahren; nachdem er der Welt ein neues Wort gegeben hatte: Assassin. ‚Assasseen‘ bedeutet auf arabisch ‚Wächter‘, manche Kommentatoren haben dies als den wahren Ursprung des Wortes ‚Wächter der Geheimnisse‘ betrachtet.

Die Organisation des Ordens unter Hasan rief nach Missionaren (Dayes), Freunden (Rafiq), welche Jünger waren und Anhängern (Fidavis). Die letzte Gruppe war von Hasan zu dem ismailitischen Original hinzugefügt worden und diese waren die ausgebildeten Mörder. Fidavis trugen weiß, mit einem Gürtel, einer Mütze oder Stiefeln in rot. Zusätzlich zu dem sorgfältigen Unterricht, wo und wann man den Dolch in die Brust des Opfers stecken sollte, wurden sie in solchen Dingen wie Sprachen, Kleidung und Art der Mönche, Händler und Soldaten unterwiesen, von denen sie jeden im Ausführen ihrer Dienste imitieren konnten. Der Anführer war bekannt als Sayedna (unser Prinz, Führer) und allgemein (wegen der Bergfestung von Alamut) als der Scheich vom Berg. [Alamut oder die Festung war auch bekannt als ‚Das Nest des Adlers‘ und genauso nannte auch Hitler seinen Rückzugsort in den Bergen.]

Dies ist die Figur, die in den Kreuzritterschriften als ‚Sydney‘ oder ‚Senex de Monte‚ auftaucht. Das erste Wort ist eine wörtliche Übersetzung des Wortes ‚Pir‘: Persisch für alt, oder weise. Es gab drei große Missionare, die drei Gebiete beherrschten. Nach den Freunden und Fidavis kamen die Laziks, Aspiranten, die für die Mitgliedschaft in der Gesellschaft ausgebildet wurden, aber noch uneingeweiht waren.

Hasan reduzierte die ursprüngliche Anzahl der Einweihungsgrade von neun zu der mystischen Zahl sieben. Eine ähnliche Anzahl von Regulierungen formten die Regeln des Ordens. Hieraus bestand in der Tat der Arbeitsplan zum Ausbreiten des Glaubens. Die erste Regel war, dass der Missionar menschliche Psychologie auf solche Art kennen muss, dass er geeignete Leute zur Aufnahme in den Kult finden kann und wurde mit dieser Gedächtnishilfe zusammengefasst: Wirf keine Saat auf Felsen. Die zweite Regel der Prozedur war die Anwendung von Schmeicheleien und des Vertrauensgewinns des voraussichtlichen Mitglieds. <Schmeicheleien: Dies ist das erste Geheimnis von Massen-Mind-Kontrol und kann als der Grundstein für praktisch jede falsche Religion, Partei, Kult, Philosophie, System und Training betrachtet werden. Wie kann sich der moderne Mensch befreien, wenn … arrogante Hypno-Einfaltspinsel von ihren Meistern gesagt wird, sie wären „Halbgötter“ und Halbgötter könnten weder getäuscht noch abgelenkt werden. Sie sind zu schlau! ~ Michael A. Hoffmann II, Secret Societies and Psychological Warfare, 1995.> Als drittes kam das Aufbringen von Zweifel im Verstand, durch überlegenes Wissen. Viertens, der Lehrer muss den Schüler einen Eid ablegen lassen, niemals die ‚Wahrheiten‘ zu betrügen, welche ihm enthüllt werden sollten. Jetzt, auf der fünften Stufe, wurde ihm gesagt, dass der Isma’ilismus eine mächtige Geheimorganisation war, unterstützt von manchen der wichtigsten Figuren der Zeit. Hiernach wurde der Schüler befragt und studiert, um herauszufinden, ob er die Meinungen des Lehrers aufgenommen und sich selbst in einer Position von Abhängigkeit von seinen Vorstellungen angebracht hatte. Zu dieser Zeit wurde ihm gesagt, er solle über die Bedeutung des berichteten Ausspruchs des Propheten ‚Das Paradies liegt im Schatten von Schwertern‘ meditieren. Im letzten Grad wurden viele schwierige Passagen des Korans durch Allegorie erklärt.

Wie kommt es, dass die Regeln dieses außergewöhnlich erfolgreichen Ordens in solchem Detail bekannt sind? Es geschah so, dass als die Mongolen schließlich Alamut mittels Waffengewalt zum Fall brachten, ihr Anführer Hülegü (‚Zerstörung‘) Khan einen seiner Minister beauftragte, ihre Bibliothek zu untersuchen. Dieser höchstgelehrte Mann ‚Vater der Könige‘ Jawani, schrieb später ein sorgfältiges Buch, in welchem er die Organisation der Assassinen detailliert beschrieb, deren Namen er mit der Droge Haschisch verband, von der gesagt wurde, dass sie sie benutzten, um Kandidaten für den kurzlebigen Besuch im ‚Paradies‘ benommen zu machen.

Es ist möglich, dass Rekruten auf andere Art gewonnen wurden, als leichtgläubige, voll ausgewachsene Jugendliche auszuwählen. Die Legende besagt, dass Hasan, einst Meister von Alamut, ungewollte Kinder von ihren Eltern kaufte und sie in bedingungslosem Gehorsam ausbildete, um das alleinige Bedürfnis zu haben, in seinem Dienste zu sterben.

Buzurg-Umid (‚Großes-Versprechen‘), der zweite Großmeister, erhielt die Macht der Assassinen durch etwa das gleiche Muster: neue Forten bauen, frische Konvertiten gewinnen, diejenigen terrorisieren, die er nicht getötet haben wollte und sie für seine Entwürfe für die Welteroberung  benutzen. Sultan Sandschar von Persien, trotz einiger Expeditionen gegen das Schlangennest, wie Alamut jetzt genannt wurde, konnte wenig gegen ihn unternehmen. [‚Schlangennest‘ war der Name, der Alamut von ihren Feinden gegeben wurde – die Assassinen selbst nannten es das ‚Adlernest‘] Botschafter jeder Seite wurden ermordet; ein bedeutender religiöser Führer wurde von den Assassinen gefangen genommen, bekam eine Scheinverhandlung  und wurde in einen Ofen geworfen. Der Großmeister setzte zu dieser Zeit selten mehr als zweitausend Männer gleichzeitig aufs Feld: aber es muss sich erinnert werden, dass sie Killer waren, die unter eiserner Disziplin handelten und jeder organisierten Armee, der sie jemals gegenüberstehen würden, weit überlegen waren. Der Orden begann jetzt, sich in Syrien auszubreiten, wo der fortlaufende Kontakt mit den Kreuzrittern etabliert wurde.

Die Krieger des Kreuzes hatten ziemlich effektive Kontrolle über ein Gebiet, das sich von der ägyptischen Grenze bis Armenien im Norden erstreckte. Bahram, ein persischer Führer des Assassinenkultes von Astrabat, gewann Kontrolle über eine gewaltige Festung in Syrien, in der Region, die als das Dämonental (Wadi-el-Jan) bekannt ist und breitete sich von dort von einer auf die andere Forte aus. Der große Prior Bahram zog jetzt um an einen noch bedeutender befestigten Ort, Massyat. Bahram’s Nachfolger, Ismail der Peitschenträger, pflanzte einen trainierten Anhänger in dem frommen Wesir von Baghdad, in dessen Vertrauen er sich zu solch einem Grad einarbeitete, dass dieser Assassin, der jetzt der ‚Vater des Vertrauens‘ genannt wurde, tatsächlich zum Großrichter von Baghdad gemacht wurde.

Die Kreuzritter waren zu dieser Zeit bereits 30 Jahre im heiligen Land gewesen und die Assassinen entschieden, dass sie ein nutzbringendes Bündnis gegen Baghdad gerichtet mit ihnen eingehen konnten. Ein geheimer Vertrag wurde daher zwischen dem Großmeister und Baldwin II, König von Jerusalem, gemacht, wonach der Isma’ilitische Großrichter die Tore Baghdads verräterisch den Kreuzrittern geöffnet hätte, wenn die befestigte Stadt von Tyrus den Assassinen für ihren Teil der Transaktion ausgehändigt worden wäre.

Etwas lief schief. Der Richter hatte einem Handlanger angeordnet, die Stadttore zu öffnen. Dieser Diener hatte dem Militärkommandanten von Damaskus, der keine Zeit damit verlor, den Mann zu töten, gesagt, dass der Wesir glaubte, es seien sechstausend geheime Assassinen in der Stadt.. Die Garnison von Damaskus fiel auf die Kreuzritter und schlug sie zurück in einem Gewitter, welches die christlichen Krieger dem göttlichen Zorn über ihren unwürdigen Pakt zuschrieben und die Assassinen als einen Versuch der Naturkräfte, den Kreuzrittern unter seinem Schutz in die Stadt zu verhelfen.
Währenddessen schwelgte der Großmeister in einer Orgie von Zerstörung einzelner Herrscher, die seinen Glauben ablehnten; die Liste ist endlos, aber dies ist ein angemessenes Beispiel: „Der gefeierte Aksunkur, Prinz von Mosul, war ein Krieger der von Kreuzrittern und Assassinen gleichermaßen gefürchtet wurde. Als dieser Prinz, auf seiner Rückkehr von Ma’ara Masrin, wo die muslimischen und christlichen Herren sich trennten ohne Unternehmungen anzugreifen, die Moschee in Mosul betrat, um seine Ergebenheit zu zeigen, wurde er in dem Moment, in dem er seinen gewöhnlichen Platz einnehmen wollte von acht Assassinen, als Derwische verkleidet, angegriffen. Drei von ihnen fielen unter den Schlägen des kühnen Emirs, aber ehe seine Leute ihm zu Hilfe kommen konnten, hatte er seine Todeswunde erhalten und verendete.“

Der Fanatismus, der die Killer inspiriert, wurde, wie es scheint, von anderen Mitgliedern ihrer Familie geteilt, die vollständig in dem blutigen Glauben erzogen worden waren.

Der Historiker Kamal-ed-Dil macht diese Verbindung: „Bei dieser Gelegenheit, als die Mutter von einem der Jugendlichen, die einen Anschlag auf Aksunkurs Leben ausführten, hörte, dass er ermordet worden war, schminkte sie ihr Gesicht und zog sich die heitersten Gewänder und Ornamente an, während sie sich freute, dass ihr Sohn als würdig befunden worden war, den glorreichen Tod eines Märtyrers im Willen des Imams zu sterben. Aber als sie ihn lebendig und unverletzt zurückkommen sah, schnitt sie ihr Haar ab und schwärzte ihr Angesicht und war untröstlich.“

So gingen die Dinge für vierzehn ein viertel Jahre von des Großmeisters Herrschaft weiter. Als er starb, ernannte er seinen Sohn Kia Mohammed zu seinem Nachfolger. Unter Mohammed gingen die Morde weiter, ein Teil der Küste Palästinas fiel in Assassinenhände und die Kultführer beteuerten wieder ihren Glauben an den orthodoxen Islam. In der Öffentlichkeit waren die Isma’iliten reguläre Moslems; die geheime Doktrin des göttlich geleiteten Führers sollte nicht mit den Uneingeweihten besprochen werden.“

[kein weiteres Lesen]

Verpasst nicht die morgige Show, Leute. Gute Nacht, und Gott segne jeden einzelnen von euch.

(Outro music: Night on Bald Mountain) <Komponiert von Modest Mussorgsky. Es wird während dem letzten Segment des Disney Films „Fantasia“ (1940) gespielt. Im Segment wird ein Dämon namens Chernabog mit einer Kraft und Intensität dargestellt, die man nur selten in Disney Filmen beobachten kann. Chernabog erscheint das erste Mal als er auf einem kahlen Berg erwacht. Es ist Walpurgisnacht und durch die Kräfte der Finsternis beschwört er Gespenster, Skelette, Dämonen, Hexen, Harpyien, Kobolde und Zombis aus einer nahe gelegenen Stadt und Friedhof. Er beschwört Feuer und Lava und lässt die Verdammten und die anderen Kreaturen unter seiner Kontrolle herumfliegen und tanzen, sehr zu seiner Freude, bevor er sie zerstört. In einem Teil nimmt er ein Stück Feuer und verwandelt es in eine nackte Frau, dann in dämonische Tiere, eine Flotte von Kobolden und schließlich in feurige, blaue Satyrn. Letztlich lässt er sie in die Lava fallen, was ihren feurigen Untergang besiegelt.>

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3 Antworten zu Mystery Babylon (Bill Cooper) – Stunde 11 – Die Assassinen

  1. Assassine schreibt:

    Ich möchte zu der Aussage „Ich habe 70.000 Männer und Frauen in ganz Asien…“ eine nicht ganz unwichtige Notiz anfügen:
    Im Arabischen bedeutet 70 nicht nur eine Zahl, sondern wird auch dazu benutzt, um etwas zu beschreiben, das zahlreich oder riesig in seiner Grösse ist. Nur diese Zahl wird dazu benutzt, keine andere…

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