„Der Tempel der Freimaurer“ von Konrad Lerich


Auszüge aus der Schrift „Der Tempel der Freimaurer“ des abtrünnigen Freimaurers Konrad Lerich, die 1935 in Bern erschien. Das ganze Buch ist unten von Scribd eingebettet.

“Ohne Zwang, kaum merklich vollzieht sich im Jünger der ‘Königlichen Kunst’ durch das allwöchentliche Anhören der immer auf die gleichen Grundsätze abgestimmten Vorträge ein Wandel seiner Standpunkte, er wird, falls er nicht schon vor seiner Aufnahme ein Freimaurer ohne Schurz gewesen ist, unterstützte von seiner inneren Bereitschaft und Geneigtheit mit der Zeit von den Ideen der Loge vollkommen durchsetzt, die Loge nimmt von ihm geistig Besitz.

Er selbst aber glaubt, von der Loge seinerseits ebenso geistig Besitz genommen zu haben: Eine arge Täuschung, die er lange nicht ahnt, denn er ist bei weitem noch kein Wissender, wenn er es auch von sich glaubt. Noch immer ist er Lehrling, ist erst im ersten Grad, und das volle Wissen über die Maurerei wird erst den höchsten Graden, dem Ritter Kadosch, dem Prinzen des Königlichen Geheimnisses und den Souveränen Generalgroßinspektoren unverhüllt eröffnet …

Das Geheimnis der Freimaurerei sind die Hochgrade. Aus den verschiedenen, vorzüglich im 18.Jahrhundert in das Logentum eingedrungenen Hochgradriten, jenen Lehrarten, die zu den Erkenntnisstufen des Lehrlings, Gesellen und Meisters noch weitere ‘höhere’ hinzufügten, entstand nach vielen Wirrnissen und Systemstreitigkeiten das in der Gegenwart herrschende Lehrgebäude des Schottischen Ritus.

Der ‘Alte und Angenommene Schottische Ritus vom 33. und letzten Grade’, wie die vollständige Bezeichnung lautet, ist jenes einzige mächtige Hochgradsystem, das die ganze Welt umspannt, in 36 Staaten der Erde seine ‘Obersten Räte’, das sind die verwaltenden und leitenden Oberbehörden, besitzt. Wenn im allgemeinen von Hochgradfreimaurerei gesprochen wird, dann sind immer nur Mitglieder dieses Schottischen Ritus gemeint.

Die Hochgrade, vorallem in den romanischen Ländern, waren und sind die Träger jenes hochpolitischen Freimaurertums, das auf die Macht im Staate abziehlt. Mussolini wußte nur zu gut, warum er mit dem Logentum des italienischen Großorients und des römischen ‘Obersten Rates’ gänzlich aufräumte.

Die Logen der Hochgradfreimaurerei werden Ateliers genannt und bearbeiten die Grade vom 4. bis zum 33. Sie unterstehen nicht der Verwaltung und Leitung, der ‘Jurisdiktion’ der Großloge, sondern haben in jedem Staate ihre eigene, selbständige ‘souveräne’ Oberbehörde, den ‘supreme Conseil’ den Obersten Rat.

Die Großloge regiert und verwaltet einzig und allein die Logen der Johannisfreimaurerei, die maurerischen Werkstätten, in denen die Hochgradfreimaurer, in ihren Würden und in ihren Einweihungsstufen den anderen Brüdern gänzlich unbekannt, als einfache Maurermeister sitzen.

Die Mitglieder des Schottischen Ritus sind auf strengste verpflichtet, in der Johannisloge niemals anders als im Zeichen des Meistergrades aufzutreten, nur die Bekleidung des Meisters zu tragen, niemals die farbenprächtigen Bänder und Schürzen der hohen und höchsten Grade, sie dürfen keinem Bruder, Lehrling, Gesellen oder Meister davon Mitteilung machen, daß sie den Hochgraden angehören.

Nicht nur die Lehren und Riten der Schottischen Maurerei, sondern sogar die Namen der Hochgradbrüder bleiben demnach dem Durchschnittsfreimaurer unbekannt. die Hochgrade sind das Geheimnis innerhalb des Geheimbundes, ein doppeltes für die ‘profane’ Außenwelt. Da sie die eigentlichen Träger des freimaurerrischen Aktivismus, soweit sie den höchsten Graden angehören, die wirklich Eingeweihten, die ‘Wissenden’ sind, besitzen sie die wahre Macht im Orden.

In den Leitungen der Logen und der Großlogen schalten sie als Brüder 3.Grades, scheinbar als Gleiche unter Gleichen, sind aber ausschlaggebend durch ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Beziehungen. Die anderen Brüder wissen natürlich noch weniger, nach welchen Weisungen des Obersten Rates die unerkannten Hochgradbrüder die Logen und Großlogen beeinflußen und lenken. Die Autonomie der Großlogen und ihre Regierung der Logen besteht nur auf dem Papier . In Wahrheit hat der Oberste Rat die gesamte Führung des Ordens, mitsamt der Großloge und den Logen, inne.

Auch der Großmeister kann, wie dies zum Beispiel bei der Wiener Großloge der Fall ist bloß Meistermaurer sein, während neben ihm im Großbeamtenrat, ohne seine Kenntnis, Brüder sitzten, die nicht seiner Leitung, sondern der des Obersten Rates unterstellt sind. Bei den Beratungen, Beschlüssen und Erlässen der Großloge gehen natürlich die Hochgradbrüder, unter sich einig, im Sinne des Obersten Rates vor, so daß die Johannisfreimaurerei nach Grundsätzen, Aktionen und Zielsetzungen des Schottischen Ritus gelenkt wird, ohne daß sie davon mehr als eine Ahnung hat.

Eine wohl einzig dastehende, raffinierte, meisterhaft durchdachte und angelegte Organisation, die den Hochgraden neben der Anonymität der Führung auch die Möglichkeit gibt, sich der Verantwortung für die Leitung zu entziehen …”

Man muss unter Umständen in das Dokument hineinzoomen, damit man die Schrift sieht. Oder man geht gleich auf scribd.com

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Literatur, Luziferische Elite, Mystery Babylon, Wahrheitsbewegung abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s