Über die alten und neuen Mysterien – 03 – Urteile der Kirchenväter von den Mysterien


cropped-pompeii-villa-of-mystery-3So vorteilhaft die heidnischen Schriftsteller durchgängig von den Mysterien urteilten; so nachteilig sind die Schilderungen, die man davon in den Schriften der Kirchenväter antrifft. Im allgemeinen sehen sie sie als ein Possenspiel kindischer Gaukeleien an, mit denen sich billig gesetzte und ernsthafte Menschen nicht beschäftigen sollten. Clemens von Alexandrien sagt, dass, wenn man endlich die ehrwürdigen Sachen aufgedeckt, die in den Mysterien, als Sachen von großer Wichtigkeit und Heiligkeit herumgetragen worden, man die lächerlichsten und kindischsten Kleinigkeiten zu Gesichte bekommen habe. „Was findet man“, sagt dieser Kirchenvater, „in ihren geheimnisvollen Kisten? Denn man muss ihre Heiligtümer enthüllen, und ihre Geheimnisse offenbaren. Ists nicht Getreide, kleine Pyramiden, gekämmte Wolle, Kuchen, Salz, und die Figur eines Drachen, was man in den Heiligtümern des Bachus antrifft? Ferner Granatäpfel, Herzen, Ruthen und Epheu, desgleichen Kuchen und Mohn. Das sind ihre Heiligtümer. Die geheimnisvollen Symbole der Themis, das sind Origanum (ein Kraut: wilder Wohlgemuth), eine Leuchte, ein Schwert, und ein Weiberkamm, wie man sich mystisch und geheimnisvoll ausdrückt, eigentlich aber die weiblichen Zeugungsglieder.“ (Clem. Alex. Admonit. ad gentes. p.14 edit. Sylburgi)

Ebenso urteilt auch Arnobius. „Was für Dinge“, sagt er, „können wir hervorziehen, und die Geheimnisse dem allgemeinen Gelächter bloß stellen, wenn uns nicht die Religion des Volks, und schriftliches Ansehen davon zurückhielten?“ (Arnobius adv. gentes. p.176) Und überhaupt wo in den Schriften der Kirchenväter von den Geheimnissen die Rede ist, da kann man sicher sein, dass sie gewiss von keiner so ehrwürdigen Seite vorgestellt worden, sondern dass eben das, was den Heiden so verehrungswürdig war, hier als etwas sehr geringschätziges und lächerliches vorgestellt wird.

Aber hiemit begnügen sich die kirchlichen Schriftsteller nicht, sondern sie stellen wohl gar die Mysterien als solche Dinge vor, die den guten Sitten geradezu entgegen sind, und zu den gröbsten Lastern Anlass und Gelegenheit gegeben haben. Die Geschichte, die Clemens von Alexandrien von der Stiftung der eleusinischen Geheimnisse erzählet, da Baubo durch Entblößung gewisser Teile, woran die Göttin erkannte, dass sie mit ihr von einem Geschlecht war, die betrübte Ceres lachen gemacht, diese Geschichte ist nicht allein lächerlich, sindern auch unsittlich und ärgerlich. Und da man bei der Feier der Mysterien in den dramatischen Vorstellungen auf die Geschichte Rücksicht genommen; so kann man sich eben von der Reinigkeit der Sitten, die so sehr angerühmet wird, keine vorteilhafte Vorstellungen machen. In den Mysterien der Venus stellte man, nach dem Bericht eben dieses Kirchenvaters, die Verschneidung des Saturnus vor. (Clem. Alex. Admon. ad gentes p. 16) In den Mysterien des Jupiter Sabazius wurde dem Einzuweihenden eine goldne Schlange in den Busen gesteckt, und man holte sie von unten, wie Arnobius sagt, wieder hervor. „Jeder“, setzt dieser Schriftsteller hinzu, „der nur einiges Gefühl von Menschlichkeit hat, siehet leicht, wohin dies alles abzielt, wie schändlich dies alles ist, und was für Schande den Göttern selbst aus den Mysterien, und dem Ursprung derselben zugewachsen.“ (Aknob. L.c. p.171) Er führt auch zu dem Behuf die Phallos oder Cruxansata an, die in den Geheimnissen des Bachus zu Alimunt im atheniensischen Gebiete gezeiget wurden, und zu den Heiligtümern mit gehörten, aber eigentlich die männlichen und weiblichen Zeugungsglieder vorstellen sollten. Nichts kann schändlicher sein, als die Geschichte, die Clemens von Alexandrien von der Stiftung der Geheimnisse des Bachus erzählt. Aber man muss überhaupt diese Schriftsteller selbst lesen, wenn man sich hievon Begriffe machen will; denn unsre Sprache ist zu schamhaft, das alles auszudrücken.

Das gewöhnlichste bei den Kirchenvätern ist, dass sie die Erfindung der Mysterien den Teufeln zuschreiben, welche durch dieses Mittel die menschlichen Seelen in ihrer Knechtschaft zu halten gesucht. „An diesem Kunstgriff“, sagt Augustin, wenn er von der in den Geheimnissen üblichen Verschiegenheit redet, „haben die Teufel ein ungemeines Wohlgefallen, welche beides, die Betrüger und die Betrogenen besitzen, von deren Gewalt sie nichts anders, als die Gnade Gottes durch Jesus Christus unsern Herrn befreiet. (Augustin. de Civitat. Dei. Lib. IV. c.31 und Lib. II. c. 26) Und schon lange vor ihm urteilt Tertullian auf eine gleiche Weise. Er schreibt nicht nur, wie Clemens von Alexandrien und Arnobius, den eleusinischen Geheimnissen die schändlichsten Dinge zu, und leitet daraus die große Verschiegenheit her, mit welcher sie allen Fremden verborgen wurden; (Tertullian adv. Valentinian. p.316 edit. Pamelii.) sondern er leitet auch den Ursprung derselben von dem Teufel selbst her. „Sie haben“, sagt er, „dem Teufel ihr Dasein zu danken, dessen Geschäft es ist, die Wahrheit zu verkehren, und der die göttlichen Heiligtümer in den Geheimnissen der Götzen nachäfft.“ (Id. adv. Haereticos. c.40 p.241)

Es ist in der Tat ungemein auffallend, wenn man diese Beschuldigungen liest. Den Kirchenvätern alles zuzugestehen, was sie sagen, dazu ist kein Grund vorhanden, wenigstens ist ihr bloßer Charakter, als Kirchenväter, nicht hinreichend dazu. Man weiß, was diese übrigens ehrwürdige Männer sich so oft in Ansehung derer erlaubt, die nicht zu ihnen gehörten, da kein Verbrechen so groß gewesen, das man nicht den anders denkenden Christen zur Last gelegt: Verbrechen, die man doch nachmals sehr falsch befunden hat. Kann man nicht glauben, dass ihnen, in Ansehung der heidnischen Mysterien, ein gleiches begegnet? Ihnen alles abzuleugnen: dazu ist auch kein hinreichender Grund vorhanden. Es ist wahr, kein einziger von ihnen sagt, dass er vormals eingeweiht gewesen, welches sie gewiß, wenn es geschehen wäre, nicht würden verschwiegen haben, indem dadurch ihre Anklagen umso glaubwürdiger geworden wären. Aber sie reden davon, als von allgemein bekannten Sachen. Clemens von Alexandrien führt sogar heidnische Schriftsteller als seine Gewährsmänner an, als den Orpheus, Pinissus und andre. Arnobius beruft sich auf die jedermann vor Augen liegenden Denkmäler. Alle reden so, dass es scheint, man könne in ihren Vorstellungen nicht den geringsten Zweifel setzen. Es ist im Gegenteil ebenso auffallend, dass Männer unter den Heiden, die zu diesen Geheimnissen eingeweiht waren, und an deren Sittlichkeit man nichts aussetzen kann, die es auch wohl einsehen mussten, was eine unsittliche Religion auf das ganze gemeine Wesen für einen nachteiligen Einfluss haben konnte, von eben diesen Geheimnissen mit der äußersten Ehrfurcht reden, und sie als Schulen der erhabenen Weisheit und Tugend ansehen. Es ist freilich wohl zu glauben, dass die günstigen Vorurteile, die die Heiden für ihre Religion hatten, an den vorteilhaften Begriffen von den Mysterien, als dem allerheiligsten Teil des Heidentums, einen nicht geringen Anteil gehabt. Aber so weit, dünkt mich doch, kann sich dieses Vorurteil nicht erstrecken, dass man um deswillen die lächerlichsten und kindischsten Kleinigkeiten für ehrwürdige Sachen von großer Wichtigkeit ansehen, und Unsinn und Gottlosigkeit für Weisheit und Tugend halten kann. Kaum kann der niedrigste Pöbel sich so weit verirren. Wollte man sagen, dass Religionsvorurteile die sonderbarsten und nie erwartetsten Erscheinungen hervorbringen; sollte man dies nicht ebenso gut auf die Kirchenväter anwenden können, und sagen, dass, wenn die Heiden aus Religionsvorurteil ihre Mysterien zu sehr erhoben, diese sie aus einem gleichmäßigen Vorurteil verschrien haben? Man mag sich hier hinwenden, wohin man will, so findet man allenthalben große Schwierigkeiten.

Das allersonderbarste ist, dass die Kirchenväter an andern Stellen eben diesen von ihnen so sehr verschrienen Mysterien sehr viel Gerechtigkeit wiederfahren lassen. Eben Clemens von Alexandrien, der sonst das nachteiligste, was er nur kann, von den Mysterien erzählt, drückt sich an anderen Stellen seiner Schriften sehr vorteilhaft von ihnen aus, und gehet gar so weit, dass er die Fabeln in denselben, die ihm sonst so verhasst und lächerlich waren, als Hüllen ansieht, hinter welchen große und wichtige Dinge verborgen wären. „Auch diejenigen“, sagt er, „welche die Geheimnisse angeordnet haben, da sie Weltweisen waren, haben ihre Lehrsätze unter Fabeln versteckt, damit sie nicht allen bekannt würden.“ (Clement. Alex. Stromata Lib. V. p.575) Er gibt sogar den Mysterien in gewisser Art einen göttlichen Ursprung, wenn er die in denselben vorgetragenen Wahrheiten, als solche, ansieht, die die Philosophen, die er für die Stifter der Mysterien hält, Moses und den Propheten abgestohlen, und daraus in den Geheimnissen gelehrt hätten. (Id p.550) Wider diese Hypothese mögte nun wohl vieles eingewendet werden können; aber der ehrwürdige Ursprung, der hier den Mysterien gegeben, und der Gegenstand, der ihnen zugeschrieben ist, widerspricht doch ganz außerordentlich den sonst davon angegebenen Begriffen. Er gestehet nicht nur, dass die großen Wahrheiten, von der Unsterblichkeit der Seele, von künftigen Strafen und Belohnungen in denselben vorgetragen werden, sondern er sagt besonders von den größeren Mysterien, dass man in denselben nicht mehr unterrichtet worden, sondern die Natur und die Sachen selbst anschauen, und mit dem Verstande begreifen können, ja aus dem Erfolg sieht man, dass er wirklich eine nähere Bereinigung mit dem höchsten Wesen zugegeben, die in den Mysterien geschehen. (Id. Lib. V. p.582) Er gehet auch selbst verschiedene von den Symbolen durch, und sucht den wahren Sinn, und die geheimnisvolle Bedeutung derselben zu erklären. Eben das Stillschweigen, das Augustin und andere als einen gottlosen Kunstgriff ansehen, um die in den Mysterien verübten schändlichen Handlungen vor den Augen der Welt verbergen zu können, wird von diesem und anderen Kirchenvätern als eine heilige und notwendige Sache angesehen. Tertullian vergleicht daher auch die Mysteriokrypsie, die zu seiner Zeit bei den Christen eingeführt war, mit dem Stillschweigen, das in den samothrazischen und eleusinischen Geheimnissen allen aufgelegt wurde. (Tertullian p.25) Man kann nicht sagen, dass die Kirchenväter, die nachmals günstiger oder gelinder von den Mysterien urteilten, besser von ihnen, als sie es vormals waren, unterrichtet worden, und also ihre Meinungen geändert. Diese besseren Einsichten könnten sie nur allein durch eine wirkliche Einweihung zu denselben erhalten, und derselben haben sie sich zuverlässig nicht unterzogen. Hievon muss man gänzlich absehen. Was sie gutes von den Mysterien sagen, war ihnen schon eben damals bekannt, als sie nachteilig von ihnen urteilten: wenigstens ist keine wahrscheinliche Ursache vorhanden, die sie bewogen haben sollte, später erhaltene Nachrichten, von der Vortrefflichkeit derselben, den Beweisen vorzuziehen, die sie von dem Gegenteil in Händen zu haben glaubten.

Beides glaube ich aber, das Lob und der Tadel der Mysterien, den man in den Schriften der Kirchenväter antrifft, wird mit einander sehr gut bestehen können. Die wichtigen Gegenstände, die in denselben abgehandelt wurden, und alles, was man in den Mysterien entweder wirklich gab, oder sich davon versprach, konnte so wenig geleugnet werden, dass man alsdann allen Glauben verbannen, und die ehrwürdigsten, weisesten und tugendhaftesten Männer hätte zu Thoren und Lasterhaften machen müssen, wenn man in die günstigen Schilderungen, die sie von den Mysterien machten, hätte einigen Zweifel setzen wollen. Clemens, der sich genau nach ihnen erkundigt zu haben scheint, gibt es daher zu, dass in denselben erhabene, ehrwürdige, und wichtige Dinge vorgetragen worden, ja dass sie selbst Schulen der Tugend, und der erhabenen Weisheit gewesen sind. Aber es ist auch gewiß, dass zu den Zeiten schon eben diese Mysterien hin und wieder in Verfall geraten und gemissbraucht sind. Dieser Mißbrauch, wozu die Nacht, da sie gefeiert wurden, die Verschwiegenheit, mit welcher alles bedeckt wurde, und die Götter, denen sie geweihet waren, das meiste beigetragen, dieser Mißbrauch ist es unstreitig gewesen, der die Kirchenväter bewogen, sie von einer so nachteiligen Seite vorzustellen. Und sie hatten hierin Recht. Denn, wenn es gleich andem war, dass die Mysterien ihrem Ursprung nach gut waren, und wichtige und nützliche Dinge enthielten, so war es doch, bei dem damals schon sehr eingerissenen Verderben, immer eine gefährliche Sache, sich mit denselben zu befassen. Der Verfasser des Buchs der Weisheit schildert schon die Mysterien als solche, die zu allerlei Ausschweifungen Gelegenheit gegeben. (Sap. XIV. 23.24.)

Einige Symbole waren in der Tat an sich unsittlich, als der ***** und *****, die in den Orgien herumgetragen wurden. Es ist wahr, dieses waren Symbolen, worunter ganz andere Dinge vorgestellt wurden. Aber sie konnten denen, die davon nicht unterrichtet waren, zu manchen Unsittlichkeiten Gelegenheit geben, und gaben sie auch. Es waren also immer Veranlassungen, und gegründete Veranlassungen genug, dass die Kirchenväter ein so nachteiliges Urteil von den Mysterien fällten. Diejenigen, für welche ihre Schriften am meisten bestimmt waren, waren überdies solche, die mehr durch diese äußeren Symbole geärgert und verführt werden konnten, als solche, die den verborgenen Sinn derselben hätten erkennen können.

Aber dies ist es nicht allein. Die Mysterien waren die stärkste Stütze der heidnischen Religion. So lange diese in Ansehen blieben, waren immer unüberwindliche Schwierigkeiten vorhanden, das Christentum empor zu bringen, und das Heidentum zu stürzen. Von dieser Seite litte das Christentum, und alle, welche sich dazu bekannten, das meiste, und es ist daher kein Wunder, dass sich die kirchlichen Schriftsteller alle nur mögliche Mühe gegeben haben, die Mysterien herabzuwürdigen. Ich sage, dass die Mysterien die größte Stütze des Heidentums gewesen. Denn, wenn die Christen die Fabeln von den Göttern verlachten, und die Heiden als Menschen schilderten, die durch Begriffe von der Zukunft weder von Lastern abgehalten, noch zu Tugenden angefeuert würden; so war gleich die Antwort da, die Celsus dem Origenes gab: „Mein Freund! So reden zwar die Dichter in den Fabeln; aber ganz anders reden davon die Geheimnisse, und wie du ewige Strafen glaubst, so glauben sie auch die Diener und Ausleger der Mysterien.“ Beriefen sich die Christen auf Eingebungen, Wunder, und dergleichen außerordentliche Dinge; so wusste man von denen, die eingeweiht waren, ein gleiches zu erzählen. Man mögte daher das vernünftige, oder das außerordentliche des Christentums anpreisen, so fanden die Heiden im Schoß der Mysterien sehr vieles, welches ihnen ebenso vernünftig und außerordentlich schien: und was konnte also einen Heiden bewegen, zum Christentum überzugehen, da seine Religion in ihrem Innern eben das sagte, und die außerordentliche Heimlichkeit, womit man alles da behandelte, ihn noch Dinge von größerem Wert hoffen und erwarten ließ? Der Nachteil, der hieraus dem Christentume erwuchs, setzte die Christen im zweiten Jahrhundert selbst in die Notwendigkeit, manches aus den heidnischen Mysterien bei sich einzuführen, sogar ihre Lehre von der ***** oder Vergötterung derer, die eingeweiht worden.

Die Christen waren hinwiderum an ihrem Teil den Mysterien der Heiden sehr gefährliche Leute. Denn was hier, nach vielen Prüfungen, erst den Eingeweihten von dem höchsten und einigen Gott, von der Volksreligion und deren Beschaffenheit, und vom künftigen Zustand gleichsam ins Ohr gesagt wurde, das verkündigten diese laut und öffentlich. Dies brachte notwendigerweise die Hierophanten, und andere von der Priesterschaft auf, und das Christentum hatte daher an diesen Leuten die abgesagtesten Feinde und Verfolger. Lehrte man auch gleich ferner in den großen Mysterien die eigentlich philosophische Religion, so unterstützte man doch aus allen Kräften zugleich den Götzendienst, und eben diesen suchten die Christen zu stürzen. Jene wurden daher Verfolger der Christen, und diese suchten dagegen alles, was sie nur konnten, hervor, um die ihnen so sehr verhassten Mysterien aus einem solchen Licht vorzustellen, dass sie billig den Hass und den Abscheu aller tugendhaften Menschen auf sich ziehen mussten.

Man kann eben nicht sagen, dass die Art, wie man hierbei verfuhr, recht und billig gewesen; aber wo wird immer auf Gerechtigkeit und Billigkeit gesehen, wenn Parteien gegeneinander im Streit begriffen und aufgebracht sind? Waren die Lehrer der Kirche selbst gegen ihre anders denkenden Mitchristen nicht immer billig; kann man es erwarten, dass sie es gegen die Heiden und ihre erklärtesten Gegner hätten sein sollen? Der Verfall der Mysterien gab aber, wie gesagt, zu den Beschuldigungen, die man ihnen machte, manche Gelegenheit. So, glaube ich, ist über diesen Gegenstand zu denken, wenn man die Nachrichten der Kirchenväter von den Mysterien liest. Ihre Nachrichten sind gegründet, wo sie günstig von ihnen urteilen. Zu den widrigen Vorstellungen davon sind hin und wieder manche Veranlassungen in den Geheimnissen, oder vielmehr im Missbrauch derselben gewesen. Aber teils Unwissenheit von der wahren Beschaffenheit derselben, teils Hass und Parteilichkeit ist Ursach gewesen, dass man es bei den Vorstellungen übertrieben, und sie überhaupt getadelt, wo man nur den Mißbrauch hätte tadeln sollen.

Man kann sicher annehmen, dass, wenn nicht die vorhin angeführten Verhältnisse gewesen wären, es nie den christlichen Lehrern würde in den Sinn gekommen sein, ein Wort wider die Mysterien zu reden. Und wie es bei vielen anderen Gelegenheiten, da man eben das, was man vormals bestritten hatte, selbst angenommen, so ist es auch hier gegangen, und die ganze Disciplina Arcani der Heiden ging mit der Zeit in die christliche Gesellschaft über.

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