Über die alten und neuen Mysterien – 09 – Von den Mithrageheimnissen der Perser


cropped-pompeii-villa-of-mystery-3Wenn ich die Geheimnisse der Alten mit einiger Genauigkeit untersuche, kann ich unmöglich die sogenannten Mithrageheimnisse der Perser gänzlich vorbeigehen. Ich glaube zwar nicht, dass sie mit den griechischen in einiger Verbindung stehen, sie verdienen aber doch einige Aufmerksamkeit. Es ist merkwürdig, dass bei den Alten verschiedenes von ihnen vorkommt, dass aber unsre Entdeckungen auch nicht das geringste von ihnen sagen.

Meiners glaubt, dass die ältesten Perser bis auf Herodots Zeiten gar keine Mysterien gehabt. Herodot, Xenophon und Strabo schweigen gänzlich von den Mysterien unter den Persern, und dies soll auch, wie Meiners glaubt, gänzlich mit ihrer Staats- und Religionsverfassung streiten. Herodot schildert sie als ein wildes und nomadisches Volk. Sie hatten weder Tempel noch Altäre; sie beteten Sonne, Mond, Feuer, Wasser und Erde an, und bei einer solchen Verfassung, bei einem solchen Volk, das keine Götter in menschlicher Gestalt anbetete, müssten also Mysterien natürlich wegfallen. (Meiners a.a.O. p.335-338)

So gern ich auch dem Herodot in seiner Erzählung Beifall geben wollte, so enthält sie doch sehr vieles, das widersprechend und unwahr ist. Denn bald heisst es, dass die Perser ganz rauh und ungebildet sind, und in ihren Speisen gar keinen Aufwand machen, sondern essen, was ihnen vorkommt, und gar keinen Wein, sondern nur Wasser trinken. (Herodot Lib. I. p.32) Bald heisst es widerum, dass sie sehr viel Wein trinken, und im betrunkenen Mut Dinge von der größesten Wichtigkeit abhandeln. (Herodot Lib. I. p.63) Sie sind gewissermaßen ein nomadisches Volk, haben aber doch schon solche bürgerliche Einrichtungen, dass die Aussätzigen sich von ihren Städten entfernt halten müssen, und, wenn es Fremde sind, von den Grenzen abgehalten werden. In späteren Zeiten sollen sie erst von den Assyren und Arabern die Verehrung der Venus Urania, welche sie Mithra nennen, gelernt haben, und doch zeigt der Name Mitradates, wie der Hirte hieß, bei welchem der junge Kyrus erzogen wurde, schon an, dass man weit früher eine Gottheit Mithra bei den Persern verehret, und diese angebliche Venus Urania nicht erst von den Assyren und Arabern erhalten habe. Überhaupt aber kann man Herodots Nachrichten von den Persern nicht lesen, ohne alltenhalben sehr viel unrichtiges und abgeschmacktes anzutreffen: Wohin auch das gehört, dass ihre Magier sich ein Verdienst daraus machen, wenn sie viel Mücken, Schlangen, Ameisen, und kriechende Tiere umbringen können, wie sie denn mit eignen Händen alles ohne Bedenken töten, Menschen und Hunde allein ausgenommen.

Dass die Perser keine menschlichen Gottheiten gehabt, wie die Griechen, Römer und andre Völker, kann man nicht nur gerne zugestehen, sondern es ist auch gewiß. Aber darum folgt nun keineswegs, dass bei ihnen keine Mysterien hätten stattfinden können. Die Ägypter hatten gewiß, bevor sie mit den Griechen bekannt wurden, keine menschlichen Gottheiten, und dennoch hatten sie nicht nur Mysterien, sondern von ihnen hatten auch sogar die Griechen die ihrigen erhalten. Fanden gleich keine Göttergeschichten statt, worüber man den Epopten eine bessere Auskunft geben konnte; so war doch schon die Verehrung der Sonne, des Monds, und der Elemente, wenn es anders wahr ist, dass die Perser diese Gegenstände der Natur verehrt haben, schon genugsamer Gegenstand der Mysterien. Erklärte man doch die ägyptischen Gottheiten auf solche Weise; ja nahm man sogar in den griechischen Geheimnissen dazu keine Zuflucht bei einigen Gottheiten, und sagte, dass dies keine Götter wären, sondern nur personifizierte Gegenstände der Natur; warum konnte dies bei den Persern nicht eben so gut geschehen?

Weit wichtiger würde unstreitig sein, wenn man sagte, dass die Perser immer Verehrer eines einzigen Gottes gewesen, und weder Menschen, noch Tiere, noch Gegenstände der Natur als Götter angebetet hätten; bei einem so in Religionssachen gesinnten Volk hätten also natürlicher Weise keine Geheimnisse statt finden können. Ich habe gleich im Anfang gesagt, dass die Mysterien da eingeführt wurden, wo die ursprüngliche Religion, nämlich der Deismus, durch Aberglauben und Vielgötterei verdrängt wurde. Aber auch diese Einwendung kann nicht lange statt finden. Denn ist es gleich andem, dass die Perser nicht zur Vielgötterei herabgesunken; so ist es doch auch gewiß, dass sie den höchsten Gott unter dem Symbol des Feuers und der Sonne in ältern Zeiten angebetet, und da konnte wohl also genugsame Veranlassung zu Mysterien sein. Machten aber denn auch Antithesen der Volksreligion das Einzige in den Geheimnissen der Alten aus? Waren nicht die Lehren von den Dämonen, von den menschlichen Seelen, und ihrem zukünftigen Zustand, und überhaupt alle wissenschaftlichen Kenntnisse ein eben so wichtiger Gegenstand der Geheimnisse?

Herodot sagt, die Perser hätten die Venus Urania unter dem Namen Mithra angebetet, welche die Araber Militta genannt hätten. Meiners will, dass die Perser in der Folge der Zeit den Mond sowohl, als die Sonne, in einer menschlichen Gestalt, letztere unter dem Namen Mithras, und zwar in Gestalt eines Kriegers in persischer Kleidung verehrt hätten. Alle diese Nachrichten sind teils äusserst ungewiß, teils offenbar unrichtig. Die Militta oder Alitta, deren Herodot gedenkt, war der Mond, der auch unter diesem Namen im Koran vorkommt. Surat.63. Dies war aber nichts weniger als Mithras. Mithri, oder Mether, hieß „Herr“ im persischen, und bedeutet die Sonne (Scaliger de Emendat. temporum. Lib. VI.), daher auch Mithridax beim Solinus Kap. XL. So wenig aber der Mond jemals als eine Venus, und überhaupt in menschlicher Gestalt angebetet worden, eben so wenig haben sie auch die Sonne unter der Gestalt eines Kriegers verehrt. Man mag darüber noch so viele Zeichnungen aufzuweisen haben, so sind dies doch alles griechische Produkte, die gar nichts beweisen. Die Griechen fanden allenthalben Götter nach ihrem Geschmack, und werden sich auch hier kein Bedenken gemacht haben, einen persischen Reuter in eine Gottheit zu verwandeln. Sind Ormuzd und Ahriman von den Griechen in Menschen verwandelt worden, so darf es niemand wundern, dass die Griechen sich eben solchen menschlichen Gott in griechischem Geschmack unter dem Mithra gedichtet, und vorgegeben, dass ihm die Perser Pferde geopfert, weil er in seinem Leben ein großer Liebhaber von Pferden gewesen. Porphyrius hat hierüber richtiger geurteilt, wenn er sagt, Mithras sei der Vater und Schöpfer aller Dinge. (Porphyrius de Antro Nymph. p.254) Man mag aber hierüber denken wie man will, man mag die Perser zu Verehrern eines höchsten Wesens machen, oder sie für Götzendiener halten, man mag von ihnen sagen, dass sie das Feuer, die Sonne, den Mond, andre Himmelskörper, und die Elemente, ohne Bilder, oder unter menschlicher Gestalt verehrt haben; so folgt daraus noch nicht, dass sie erst spät Mysterien bei sich eingeführt haben. Dass erst in dem berühmten Seeräuberkrieg, dem der große Pompeius ein Ende gemacht hat, die Mithrageheimnisse sich gezeigt hatten, beweist weiter nichts, als dass sie erst spät den Römern bekannt geworden sind. Wie lange war die Isis in Ägypten verehrt worden, wie lange hatte sie schon Mysterien gehabt, und wie spät ward ihr Dienst und ihre Mysterien den Römern bekannt! Hieraus ist nichts zu schließen. Vom Feuerdienst, von Dämonenlehre, von einem Kollegio der Magier, die sich mit allerlei sonderbaren Wissenschaften abgegeben haben, kommen schon deutliche Spuren im Daniel vor, und die werden dort mit eben dem Namen, nämlich Chartumim genannt, mit welchem die ägyptischen Weisen genannt worden sind.

Vielleicht kommt man der Wahrheit am nächsten, wenn man annimmt, dass der Sabismus, der seinen Ursprung aller Wahrscheinlichkeit in Chaldäa hatte, und im Planetendienst bestand, auch Persien in alten Zeiten, wie den ganzen Orient, überschwemmt, und durch Einführung des Feuerdienstes verdrängt worden, den man die magische Religion nannte. Die arabischen Schriftsteller teilen überhaupt die ganze persische Abgötterei in zwei Klassen ein, nämlich in diejenige, welche die Sabier, oder Planetenverehrer, und in die, welche die Magier, Feueranbeter, trieben. (Pocock. Specimen Hist. Arab. p.139-147) Dass diese Verehrung des Feuers bloß symbolisch gewesen, hat Hyde aus griechischen und arabischen Schriftstellern erwiesen (Hyde de Relig. ver. Pers. c.4-8) und die neuern vom Anquetil gemachten Entdeckungen bekräftigen dieses durchgängig. Eben so vereinigen sich auch alle Schriftsteller darin, dass die Einführung des Magismus in Persien dem Zoroaster zugeschrieben wird. Ebendemselben wird auch die Stiftung der Mithrageheimnisse zugeschrieben. Das tut vornehmlich Porpyhrius (Porphyr. de Antr. Nymph. p.253.254) und dies wird auch durch die Einteilung sehr wahrscheinlich gemacht, von welchen die untern Klassen den äußeren Gottesdienst versahen, die obern aber, wie bei den Ägyptern, mit wissenschaftlichen Kenntnissen umgingen. Vielleicht war daher die Einsetzung der Mithrageheimnisse eine Antithese des Sabismus, so wie bei den Griechen und Ägyptern die großen Geheimnisse der Volksabgötterei entgegengesetzt waren, und sie nahmen ein Ende, als der Planetendienst endlich ganz verschwand, und die Feuerverehrung der allgemeine Glaube in Persien ward, der sich noch bis auf unsre Zeiten unter den Gauren (Gebern) erhalten hat.

Nach der Zeit, da man mit Persien in genauere Bekanntschaft geriet, kamen die Mithrageheimnisse auch aus dem Orient nach dem Occident, und dauerten noch zu Plutarchs Zeiten fort. (Plutarch in vita Pompeji. beim Meiners a.a.O. p.340) Aber ich glaube, dass man sich sehr irren würde, wenn man ihre wahre und ursprüngliche Beschaffenheit darnach beurteilen wollte, wie sie im Occident gefeiert wurden. Das würde eben so gut sein, als wenn man die wahre Beschaffenheit der ägyptischen Mysterien darnach beurteilen wollte, wie selbige in Rom und in anderen Gegenden außer Ägypten gefeiert wurden.

Es ist überaus wenig, was wir von diesen Geheimnissen wissen, indessen ist doch dieses wenige sehr merkwürdig. Vor der Einweihung zu denselben gingen gewisse scharfe Prüfungen vorher, die alles dasjenige übertreffen, was wir von allen übrigen Geheimnissen der Alten wissen, ob sie gleich im Wesentlichen miteinander übereinstimmen. „Niemand“, sagt Nonnus, „kann zu den Geheimnissen des Mithra eingeweiht werden, wo er sich nicht gewissen Arten von Prüfungen, die im eigentlichen Verstande Martern sind, unterworfen hat. Man hat deren an 80 Grade, von welchen einige schärfer, andre gelinder sind.“ Diese Bußübungen, die als wahre Martern angegeben werden, findet man in der Strenge nirgends als hier, aber sie sind dem Geschmack der Morgenländer vollkommen angemessen. „Der Einzuweihende“, fährt Nonnus fort, „muss zum Beispiel verschiedene Tage hintereinander durch große Wasser schwimmen. Hierauf muss er durchs Feuer gehen. Darauf muss er sich in der Einsamkeit aufhalten, fasten, und noch viele andre Übungen vornehmen, bis er also die 80 Prüfungensstufen überstiegen hat: und dann erst, wenn er mit dem Leben davon kommt, wird er gänzlich zu den Geheimnissen des Mithra eingeweiht.“ (Nonni Collect. Hist. ad Gregor, Nazianz. Orat. in Jul. in Opp. Gregorii. Tom.II.col.501.511)

Hier findet man eine große Übereinstimmung mit den griechischen Mysterien, die Strenge abgerechnet. Die ägyptischen Priester aber suchten schon den Pythagoras durch die Menge und Strenge an Prüfungen, denen er sich würde unterziehen müssen, davon abzuschrecken, an ihren Geheimnissen Teil zu nehmen. (Porphyrius de Vita Pythag. p.183)

Die Mysterien selbst wurden in Höhlen gefeiert, sie mogten nun natürlich, oder durch Kunst gebildet sein, das sagt Tertullian, und damit stimmt auch Pophyrius überein, wenn er sagt, dass Zoroaster zuerst dem Mithras eine Höhle geweiht habe. In diesen Höhlen waren die Zeichen des Tierkreises, der Elemente, und verschiedene andre Symbole der Natur vorgestellt. Hieronymus gedenkt auch noch andrer wunderbaren Bilder, die er aber nicht besonders angibt. (Epist ad Laetam) Aus der Nachricht, die Lampridius von der Einweihung des Kaisers Commodus zu diesen Geheimnissen gibt, sieht man, dass eine förmliche Art von Gefecht dabei vorgefallen ist: Denn der Kaiser hatte bei dieser Gelegenheit das Unglück, einen Menschen umzubringen. (Lampridius in Vita Commodi. Cap.9) Dem ähnliches erzählt Herodot von ägyptischen Geheimnissen, wo die Schlägerei auch ziemlich blutig wurde. Etwas militärisches müssen diese Geheimnisse gehabt haben: denn Tertullian sagt, dass man bei der Einweihung dem Einzuweihenden mit Vorhaltung des Schwerts eine Krone aufs Haupt zu setzen gesucht, die aber von sich entfernen, und dagegen sagen müssen, „Mithra allein sei meine Krone“. Er nennt auch den Eingeweihten „Mithrae militem“. (Tertull. de Corona milit. p.457) Hiermit kommt auch überein, was Julius Firmicus sagt, dass man in diesen Geheimnissen ganz gewaffnet mit Schild, Helm, Spieß und Harnisch eingeweiht wurde. Das wäre nun wohl freilich ein ganz sonderbarer Aufputz, und das erste Exempel, dass irgendeine Ritterschaft an Geheimnissen Anteil gehabt hätte, von denen es sonst immer hieß: quoniam non cognovi literaturas, wie die Vulgata sagt. Aber vielleicht ging dies nur der Weihung vorher, und das Ritterspiel hörte nachmals auf. Denn Porphyr sagt, und dieser war unstreitig unterrichtet, dass die Eingeweihten in allerlei Tiergestalten eingekleidet wurden, um dadurch die Lehre von der Seelenwanderung vorzustellen. Dieses erhält um desto mehr Wahrscheinlichkeit, wenn man hiemit zusammenhält, was Zoroaster von einer Wanderung der Seele durch die zwölf Zeichen des Tierkreises gelehrt hat. (Euseb. Praep. evang. Lib. XIII p.675.ff)

Aus dem Tertullian sieht man, dass eine förmliche Taufe bei der Einweihung zu diesen Mysterien üblich gewesen, und dass man geglaubt, dass dadurch alle Sünden des vergangenen Lebens gänzlich getilgt würden: ferner, dass man die Geweihten an ihren Stirnen gezeichnet, dass man Brot geopfert, und die Auferstehung bildlich vorgestellt habe. (Tertullian de Baptismo p.704 und de Praescript. Haeret. p.110) Porphyr setzt noch hinzu, dass man die Hände und Zungen der Eingeweihten mit Honig bestrichen habe, um sie auf solche Weise von aller Schuld zu reinigen.

Meiners glaubt an diesen Zügen zu finden, dass die Mithrageheimnisse teils nach dem Muster der eleusinischen Mysterien, teils nach mehrern den Bekennern der christlichen Religion eigentümlichen Gebräuchen eingerichtet gewesen. (S. Meiners a.a.O. p,342) Aber das alles folgt noch hieraus nicht, so viel ich einsehe. Es ist wahr, einige Stücke stimmen mit den eleusinischen Mysterien überein; aber daraus folget noch gar nicht, dass die Perser ihre Mithrageheimnisse von den Griechen entlehnt, oder jene nach dieser ihren gebildet hätten. Eben diese Stücke findet man auch bei den ägyptischen Geheimnissen. Fasten, Enthaltung, Kasteiungen, Läuterungen, sind Zubereitungen, die man bei allen Mysterien, wo man sich in der alten Welt hinwendet, antrifft. Einige Stücke hiervon findet man sogar, wie Meiners selbst gezeigt hat, bei den Jongleurs unter den Wilden in Amerika. Aus solchen abgebrochnen Stücken kann man nichts auf die Translation der Mysterien schließen. Größer ist noch gewissermaßen die Übereinstimmung mit demjenigen, was wir hin und wieder von den ägyptischen Geheimnissen wissen. Es haben daher auch große Männer geglaubt, und sich sogar auf das Zeugnis der Alten berufen, dass Zoroaster die Geheimnisse in Ägypten gelernt, und sie von da nach Persien gebracht habe. (Silhouettc sur l’union de la Religion. Dissert. V. p.171)

Eben so unwahrscheinlich ist es, dass die Perser in ihren Mithrageheimnissen etwas von den Christen entlehnt haben sollten. Was kann das sein? — Die Taufe? — Schon längst vor Entstehung des Christentums ist diese Art von Läuterung in Persien im Gang gewesen, wie in allen heidnischen Mysterien. — Die Oblation des Brots? — Dies kann auch niemand für eine Art von Abendmahl ausgeben, da dergleichen Oblationen auch bei den Heiden üblich waren, und in den Mithrageheimnissen, wo die Seelenwanderung, wie Porphyr sagt, gelehrt wurde, weit schicklicher waren, als blutige Opfer. Wie oft aber haben Dinge eine Ähnlichkeit, die nichts weniger, als von einander abgeleitet sind. Man hat aus solchen Ähnlichkeiten wohl ehedes vermutet, dass nestorianische Christen sich unter den Tartaren niedergelassen, und auf die Religion und  Gebräuche derselben Einfluss gehabt, weil man bei diesen die Tonsur der Priester, Salbung, und eine Art von Abendmahl zu finden glaubte. Aber bei näherer Untersuchung der Sachen ist man von diesem Vorurteil zurückgekommen. Dass Tertullian hier Spuren von christlichen Gebräuchen findet, kann niemand befremden: denn wie häufig sahen die Kirchenväter alles, was in den heidnischen Mysterien üblich war, die doch an Alter weit über das Christentum hinausgingen, als eine von des Teufels Neid und Bosheit ausgesonne Nachäffung des Christentums an! Nach dem Porphyrius ward dem Geweihten die Zunge und die Hände mit Honig geschmiert, um ihn zu entsündigen, und im zweiten, oder doch gewiß schon im Anfang des dritten Jahrhunderts gab man dem Getauften Milch und Honig zu kosten. (Tertull. de Coron. milit. C.3 und Clemens Alex. in Paedagog. Lib. I) Aber der Gebrauch war, wie man deutlich sieht, sehr verschieden. Dass Christen von heidnischen Mysterien vieles bei sich eingeführt haben, ist eine ganz ausgemachte und bekannte Sache. Aber dass die Heiden in ihren Mysterien von den Christen etwas angenommen, das wird man wohl nie mit vollkommener Zuverlässigkeit erweisen können.

Dies ist alles, was wir von den Mithrageheimnissen bei den Alten finden. Von ihren Lehrsätzen wird fast nichts gesagt. Indessen lassen sich dieselben schon ziemlich aus diesen Gebräuchen abnehmen.

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