David McGowan – Wagging the Moon Doggie – Apollo 6


wagthemoondogOctober 13, 2009

„Es dauerte 50 Jahre für Piloten, um sich von Schal-und-Brille Doppeldeckern aus der Scheune dahingehend weiterzuentwickeln, um schließlich Fußspuren im Sea of Tranquility zu hinterlassen; wir werden ein weiteres halbes Jahrhundert brauchen, um zum Mond zurückzukehren.“

David Nolan in Popular Mechanics, März 2007 (laut dem neuesten Stand von NASA werden wir auch nicht dorthin zurückkehren, nachdem sogar ein weiteres halbes Jahrhundert vergangen ist)

Es war ein solch großes Ereignis, dass sich NASA entschieden hat, im Ames Research Center eine ganze Nacht lang Party zu feiern. Es gab Gastredner, Filme, die sich um den Mond drehten und einen großen Bildschirm für das Hauptereignis – von NASA als „Spektakulärer LCROSS-Einschlag“ bezeichnet.

Eine Pressemitteilung verkündete: „NASA’s Lunar CRater Observation and Sensing Satellite (LCROSS) Mission wird um ungefähr 4:30 a.m. am Freitag, dem 9. Oktober 2009, zu einem dramatischen Ende kommen, mit dem Einschlag der oberen Raketenstufe der LCROSS Centaur und vier Minuten später mit dem Einschlag des LCROSS Shepherding Spacecraft in den Cabeus-Krater in der Nähe des Südpols des Mondes. Aus diesem Anlass veranstaltet das Ames Research Center der NASA die ‚LCROSS Impact Night‘. Nachrichtenmedien sind eingeladen über das dreiteilige Ereignis zu berichten, welches offen für Publikum und kostenlos ist.“

Die Medien, die Wissenschaftler und Amateurastronomen waren alle ziemlich aufgeregt. Damals im Juni, als die Mission gestartet wurde, erklärte Scientific American seinen Lesern, wie „Wissenschaftler erwarten, dass die Explosion so stark ist, dass eine riesige Schuttwolke ausgestoßen wird“. Der zweite Einschlag, erklärte das Magazin weiter, würde „eine spektakuläre Explosion verursachen, die mit Teleskopen von Amateurastronomen sichtbar sein sollte.“

Der Plan war, dass der erste Einschlag eine riesige Wolke aus Mondstaub und Schmutz nach oben schicken würde, und danach würde das größere Raumschiff dann auf dem gleichen Weg folgen, direkt durch die Wolke, bevor es klarerweise ebenfalls auf dem Mond einschlägt. Es würde nur vier Minuten haben um Daten zu sammeln und diese zurück zur Erde zu übertragen. Wie die LA Times einen Tag vor dem Ereignis erklärte: „Wenn alles nach Plan läuft, dann wird die Sonde durch die Schuttwolke fliegen, die überhalb der Mondoberfläche aufgestiegen ist, und dort kurz verweilen. Wenn sie durch die Wolke fliegt, werden die neun Instrumente des Satelliten den Staub und den Schmutz auf Anzeichen von Wasser analysieren, bevor er selbst auf den Mond stürzt.“

Also würde zusätzlich zu einer spektakulären Show die Mission das Bedürfnis der amerikanischen Öffentlichkeit nach relativ schnellen Ergebnissen befriedigen. In dieser kurzen Zeitspanne von vier Minuten würden wir alle benötigten Daten sammeln um innerhalb von Tagen feststellen zu können, ob es gefrorenes Wasser in tiefen Kratern auf dem Mond gibt. Die Times merkte an, dass „Wissenschaftler, die sich auf die Mission vorbereiten, kaum ihre Begeisterung zurückhalten können über das, was sich in kurzer Zeit herausstellen wird.“ Vom Publikum bei Ames wurde erwartet, dass es in die Tausende gehen würde, vielleicht sogar 10.000, die alle dort sind, um „eine Staubwolke zu beobachten, wie sie 6 Meilen über die Mondoberfläche emporsteigt, was eine seltene Show für Amateurastronomen liefert, die ein längeres Teleskop als 25 Zentimeter haben.“

Ich hätte angenommen, dass nur sehr wenige Amateurastronomen, wenn überhaupt, Teleskope haben die länger als 25 Zentimeter sind, aber ich könnte mich irren. Oder vielleicht denke ich gerade an etwas anderes.

Zusätzlich zur Zusammenkunft beim Ames-Komplex wurden unzählige Parties auf der ganzen Welt veranstaltet, um NASA’s Live-Aufnahmen zu sehen. Amateure standen pflichtbewusst an ihren Teleskopen und warteten auf die Show. Und die Times bemerkte, dass „Observatorien auf der ganzen Welt zusehen werden, zusammen mit dem Hubble Space Teleskop und dem Lunar Reconnaissance Orbiter“. Steve Hixson, Vizepräsident von Advanced Concepts bei Northrop Grumman, der Hersteller des Raumfahrzeugs, versicherte Reportern, dass das Fahrzeug „toll aussieht. Ich denke nicht, dass wir den Mond nun verfehlen könnten, selbst wenn wir es versuchten.“

Ich hoffe nicht. Wie schwer könnte das schließlich sein? Bereits vor ganzen 40 Jahren waren wir in der Lage, ein bemanntes Raumschiff sanft auf dem Mond zu landen – und dann das Triebwerk wieder anzuwerfen und nach Hause zu fliegen! Jetzt, vier Jahrzehnte später mit zusätzlicher Erfahrung und stark verbesserter Technologie, ist alles was wir tun müssen, ein unbemanntes Raumschiff auf eine One-Way Mission zum Mond zu schicken und es dort abstürzen lassen. Wie um alles in der Welt könnte NASA das versauen?

Die Medien bezeichneten die LCROSS-Mission als die „Bombardierung“ des Mondes. Wenn man bedenkt, dass die NASA im Wesentlichen ein Arm des US-Verteidigungsministeriums ist, sollte das ein Kinderspiel sein. Das letzte Mal als ich nachgesehen habe, wusste niemand mehr über das Bomben abwerfen und Raketen abfeuern, als das US-Militär. Kein anderes Land auf der Erde ist auch nur annähernd in die Nähe gekommen, so viele Bomben in so vielen Teilen der Welt abzuwerfen, wie es Onkel Sam tut. Der Mond könnte leicht die einzige Landmasse in Reichweite der Vereinigten Staaten sein, die wir noch nicht bombardiert haben.

Da die Vereinigten Staaten die Welt lange angeführt hat in Bezug auf Monderforschung und Scheiße in die Luft zu jagen, könnte diese Mission wirklich nicht noch einfacher gewesen sein, also war es keine Überraschung, dass jeder voll Selbstvertrauen war. Präsident BlackBush, mit dem Friedennobelpreis in der Hand, hat Berichten zufolge gesagt: „Wie gefalle ich euch jetzt, Motherfuckers?! Ich werde den verfickten Mond bombardieren! Ihr habt alle gedacht, dass diese tuntige Schlampe, die vor mir an der Reihe war, arrogant war? Seht mir nur zu dabei!“

Wie sich herausgestellt hat wurde der Platz auf den Titelseiten, den alle größeren Medien ohne Zweifel für die spektakulären Bilder reserviert hatten, gar nicht gebraucht. Als alle Augen auf dem Mond waren, was all diese Parties und all die Amateurastronomen und all die riesigen Teleskope sahen, war … absolut garnichts. Der erste Einschlag, der angeblich Live vom zweiten Raumfahrzeug übertragen wurde, blieb aus. Wie es die LA Times höflich formuliert hat: „Die Wolke hat es verabsäumt, sich auf den Bildschirmen zu zeigen.“ Es gibt dafür natürlich eine Erklärung: „Manche Wissenschaftler vermuten, dass die Kameraeinstellungen nicht korrekt waren, und daher die Wolke nicht finden konnte.“

Ja, das muss es sein. Obwohl man sich denken könnte, da es sehr wichtig für das zweite Fahrzeug war, die Wolke zu sehen, damit es durch sie hindurchfliegen kann, hätten sie dieses Detail richtig hinbekommen. Aber anscheinend haben sie einfach nicht mehr die Qualitätskontrolle bei der NASA, die sie damals im Jahr 1969 hatten. Aber warum keines der amateur oder professionellen Teleskope, die auf den Mond gerichtet waren, die erste Wolke sehen konnte, oder die angeblich noch größere zweite Wolke, dafür muss sich NASA noch etwas ausdenken. Aber wahrscheinlich nicht sofort.

Die Times war schnell dabei, ihren Lesern zu versichern, dass „Wissenschaftler noch immer einen Erfolg verbuchen könnten vom enttäuschenden Ende der Mission … Bei einer Pressekonferenz mehr als zwei Stunden nach dem Absturz bestätigten Wissenschaftler, dass die Centaur-Rakete einen Krater beim Absturz hinterlassen hat, und dieser Krater hatte die erwartete Größe von mehr als 18 Metern.“ Es gibt natürlich keinen Weg, diese Behauptung zu verifizieren, da das Schiff angeblich in einen drei Kilometer tiefen pechschwarzen Krater eingeschlagen ist, der seit Millionen von Jahren kein Tageslicht mehr gesehen hat – was exakt der Grund dafür war, warum der Einschlag dort erfolgen sollte.

Und wie sinnlos war diese Mission übrigens? Das Ziel war angeblich zu entdecken, ob es große Vorkommen von gefrorenem Wasser auf dem Mond gibt, das abgebaut werden könnten, um Wasser, Atemluft und Raketentreibstoff für die zukünftige Erforschung und Kolonisierung des Mondes bereitzustellen. Das Wasser, wenn es existiert, liegt am Grund von tiefen, immer dunklen Kratern, wo die Temperatur ungefähr -280° Celsius beträgt. Die Wissenschaft sagt uns, dass bei diesen Temperaturen das Wasser so hart wie Stein gefroren sein würde.

Selbst wenn wir annehmen, dass NASA all die Probleme überwinden könnte und Astronauten auf den Mond schicken kann und auch ihr Überleben für die Dauer des Besuchs garantieren kann, wie genau würde sie an dieses Wasser rankommen? Bomben in die Krater werfen und versuchen, all die Eisbrocken einzusammeln, bevor sie bei 140° Celsius in der Sonne schmelzen? Nach unten in die Krater in einem dieser zusammenklappbaren Wüstenbuggies fahren mit Flutlicht, ein paar Akku-Presslufthämmern, warmer Kleidung und einer Unmenge von Batterien? Oder werden wir irgendeine riesige mechanische Wasserauffang-Anlage mit Teilen bauen, die wir Stück für Stück von der Erde mitbringen? Wie lange glaubt ihr, würde das dauern?

Es ist reine Vermutung, was der eigentliche Zweck dieser Mission war, aber was für Ziele auch immer verfolgt wurden, es scheint nicht so gut gelaufen zu sein. Alles, was mit Sicherheit gesagt werden kann, ist, dass NASA nur noch als Schatten ihrer selbst erscheint. Es war einmal, dass wir in der Lage waren, Menschen in den Weltraum zu schießen und dann unsere Fernseher einzuschalten und ihnen dabei zusehen konnten, nur vier Tage später, wie sie auf dem Mond herumflanierten. Heutzutage schicken wir ein leeres Raumschiff los, müssen uns fast vier Monate gedulden, um dann zu sehen, wie NASA es vermasselt, diese leere Raumschiff erfolgreich auf dem Mond abstürzen zu lassen.

Da die Medien am Steuer eingeschlafen sind und es vermasselt haben, die spektakulären Bilder zu liefern, die sie uns versprochen hatten, habe ich bei der NASA-Webseite vorbeigeschaut um ein paar aufzutreiben und sie euch zu zeigen. Die folgenden drei Fotos tragen den Titel „LCROSS Einschlag Bilder“. Danach kommt ein Link zum spannenden LIVE-Video von NASA. Genießt die Show. Sie ist ziemlich umwerfend.

392892main_LCROSS_516-387392901main_LCROSS_2_516-387392913main_LCROSS_3_516-387http://www.youtube.com/watch?v=ndZ483ztduE

Hat übrigens jemand all die anderen „Mondlandefähren“ bemerkt, die im größeren Bild von NASA’s LRO erkennbar sind? Wie man sich erinnern kann, sind sie an den langen Schatten erkennbar, die sie werfen. In diesem Bild sind insbesondere um den rechten Krater herum wahrscheinlich ein Dutzend davon gruppiert. Ich frage mich, wie die Jungs von NASA herausgefunden haben, welches davon die „echte“ Mondlandefähre war?

369440main_lroc_apollo11_lrgQuelle

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pdf-iconDavid McGowan – Wagging the Apollo Moon Doggie [DE; 192 Seiten; 6,0 MB]

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