ORF-Tatort löst Fall Kampusch (oder so ähnlich)


tatortAm 2.3.2014 lief auf ORF2 (Link zur TvThek, normalerweise eine Woche online) der obligatorische Sonntags-Tatort. Wieder mit dem Kriminalbeamten-Duo Eisner (Krassnitzer) und Fellner (Neuhauser). Titel dieser Folge war „Abgründe“ und der Zuseher brauchte nicht lange warten, um mitzubekommen, dass hier fast bis ins kleinste Detail der Fall Kampusch für einen TV-Krimi nachempfunden wurde. Die hervorstechendsten Parallelen sind wie folgt:

  1. Ein Mädchen, Melanie Pölzl (Natascha Kampusch), wurde vor Jahren entführt und konnte sich schließlich selbst befreien.
  2. Ihr Entführer, ein Herr Kordovsky (Wolfgang Priklopil), wählte danach offiziell den Freitod, indem er sich vor einen Zug stürzte.
  3. Ein Mitschüler (Ischtar A.) will damals bei der Entführung einen zweiten Täter gesehen haben.
  4. Kordovsky (Priklopil) restaurierte gemeinsam mit Herrn Nussbacher (Holzapfel) Wohnungen und Häuser.
  5. Nussbacher (Holzapfel) hat Kordovsky (Priklopil) kurz vor der Entführung eine größere Summe Geld zukommen lassen.
  6. Nussbacher (Holzapfel) soll Kordovsky (Priklopil) umgebracht haben sowie dessen Abschiedsbrief gefälscht haben.
  7. Kordovskys (Priklopils) Kopf wurde vom Zug sauber abgetrennt, der Torso war jedoch unversehrt, obwohl dieser vom Zug hätte zerstört werden müssen.
  8. Es wurde keine Obduktion bei Kordovsky (Priklopil) durchgeführt, obwohl viele Fragen offen blieben.
  9. Die Kriminalbeamtin Franziska Kohl (Franz Kröll) wird verunfallt (verselbstmordet), weil sie entgegen der Weisung von „ganz oben“ weiter im Fall ermittelte.

Die Parallelen sind wirklich nicht zu übersehen, manche Zeitungen, wie zum Beispiel die „Berliner Morgenpost„, schreiben, dass „die Geschichte derart überdeutlich an einen realen Fall angelehnt ist, dass man schon fast von Mimikry sprechen kann“, und meint damit natürlich den Kampusch-Fall. Aber nicht alle Medien wollen die Lunte riechen, so schreibt „Die Welt„: „Dieser „Tatort“ erinnert stark an den Fall Fritzl“, was natürlich gequirrlte Kacke ist. Die meisten Medien habens immerhin mitbekommen, um welchen Fall es hier geht.

Der Tatort hat also den Fall Kampusch aufgegriffen und ihn weitergesponnen. Mit Krassnitzer und Neuhauser als Polizistenduo, die in diesem Fall, auch als sie suspendiert werden, nicht lockerlassen und bis zum Schluss ermitteln. Die Spur führt sie schließlich zur Villa eines Adeligen und pensionierten Offizier des Militärs, der als einer der Drahtzieher agierte und über Nussbaumer (Holzapfel) und Kollegen von der Polizei stand. Nussbaumer (Holzapfel) hatte ebenso ein Kinderbordell eingerichtet, indem er die Kunden filmte, damit er sie erpressen kann und ihm nichts passiert.

Und nun zur durch den ORF präsentierten Lösung des Falles: Die suspendierten Bullen machen einen auf Rambo und ballern mit einer Schrotflinte ein paar Mal ins Fenster von Nussbaumer (Holzapfel). Dieser bekommt Panik und glaubt, dass er vom Adeligen aus dem Weg geräumt werden soll. Um das zu verhindern, fährt er in das Kinder-Bordell, um alle mit seinen Videomitschnitten hochgehen zu lassen und wird dabei vom Polizistenduo heimlich verfolgt.

Und jetzt wirds wieder symbolisch. Die Polizisten fahren mit einem auffällig amerikanischen Auto, einem Pontiac Firebird mit Flammendekor. Während der Verfolgung gibt jedoch das amerikanische Auto den Geist auf, übrigens zum zweiten Mal in dieser Folge, und sie verlieren Nussbacher (Holzapfel). Durch einen Geistesblitz erraten sie zwar seine Destination, aber sie kommen zu spät. Nussbacher wollte mit den Videomitschnitten aus dem Kinder-Bordell fliehen, um alle seine Kunden hochgehen zu lassen, wird aber von einem Auto überfahren und später mit einer leeren Kiste gefunden.

War das amerikanische Auto, der Pontiac Firebird, das genau während der wichtigsten Phase, nämlich bei der Verfolgungsjagd, streikte, eine Anspielung auf die amerikanische Sonderermittlungstruppe des FBI, die sich hierzulande mit dem Kampusch-Fall beschäftigt hat, aber auch nichts gefunden hat? Oder wurde die FBI-Truppe abgewürgt, genauso wie der Motor des Pontiac Firebird abgewürgt wurde?

Das Ende ist wieder sehr TV-Krimi mäßig. Krassnitzer blöfft mit einem leeren Videoband beim Adeligen und deutet an, dieses Band zeige ihn, wie er sich an Kindern vergreift, und meint, er wisse schon, wie man das lösen könnte. Entweder er zeigt das Band seiner Frau und dem Staatsanwalt, oder er regle dies wie „ein echter Offizier“, und kurz darauf erschießt sich der Adelige selbst. Ende. So einfach gehts im Fernsehen.

Am interessantesten an dieser ganzen Tatort-Folge war jedoch, wie die einzelnen Personen dargestellt wurden, die man auch von der Kampusch-Ermittlung kennt. Zum Beispiel Ischtar A., die Zeugin, die gesehen hat, dass mindestens zwei Männer Natascha entführt haben. Ihr Gegenstück im Tatort ist ein unsympatischer männlicher Jugendlicher mit Migrationshintergrund, der den Polizisten den Mittelfinger zeigt und bei dem herauskommt, dass er seine Aussage später auf nur einen Täter revidiert hat, damit er einen Deal mit der Polizei machen konnte, weil auch er Dreck am Stecken hat. Die richtige Zeugin, Ischtar A. jedoch, blieb stets bei ihrer Aussage, dass sie zwei Entführer gesehen hat. Auch hatte sie keinen Dreck am Stecken, sondern wurde von der Polizei unter Druck gesetzt und ihren Aussagen kein Glauben geschenkt.

Aber auch Natascha Kampusch selbst sowie ihre Mutter Brigitte Sirny wurden auf interessante Weise inszeniert. Während bei der Rolle von Frau Sirny viele Fragen offengeblieben sind (sie soll bei der Entführung beteiligt gewesen sein und Priklopil gekannt haben, siehe Programmiert zu töten / luziferische Vertuschung Teil 55 (Natascha Kampusch & Wolfgang Priklopil)) wird sie im Tatort als armes, unschuldiges Opfer porträtiert, die entführte Tochter wird als armes seelisches Wrack (wenn auch kaum) gezeigt und dargestellt.

Fazit

Der letzte Tatort-Krimi wirkt wie eine PsyOp (Psychologische Operation) um dem Fall Natascha Kampusch einen Spin zu geben. Ein paar Ungereimtheiten werden aufgegriffen um einen Bezug herzustellen, um dann der Geschichte einen leichten Spin zu verabreichen. So wurde die Zeugin Ischtar A. subtil dämonisiert, während Frau Sirny die Opferrolle zugeschrieben wurde.

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